Raspberry Pi Remote Desktop – xrdp in 5 Minuten einrichten

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RASPBERRY PI REMOTE DESKTOP – XRDP IN 5 MINUTEN EINRICHTEN


Laptop mit Remote-Desktop-Verbindung neben Raspberry Pi Platine auf dem Schreibtisch

Der Pi-Desktop auf jedem Rechner – ohne Monitor am Pi

Kurz gesagt: Lohnt sich Tibber mit Home Assistant?

Die Kurzfassung:

  • Das Prinzip: Tibber mit Home Assistant holt den stündlichen Börsenpreis als Sensor auf den Home-Assistant-Pi. Ab da ist der Strompreis eine Zahl, mit der Automationen rechnen können.
  • Einrichtung: Access-Token aus dem Tibber-Entwicklerportal, Integration hinzufügen, fertig – kein Add-on, keine YAML-Bastelei, Dauer etwa fünf Minuten.
  • Was ankommt: aktueller Preis, Preisprognose für heute und (ab dem frühen Nachmittag) für morgen, Monatsverbrauch und Kosten. Mit Tibber Pulse zusätzlich der Echtzeitverbrauch im Sekundentakt.
  • Voraussetzung: Der dynamische Tarif setzt ein intelligentes Messsystem voraus. Tibber ruft dafür in Deutschland eine monatliche Grundgebühr von 5,99 Euro auf.
  • Der eigentliche Hebel: nicht der Tarif, sondern das automatische Verschieben von Wärmepumpe, Wallbox, Boiler, Spül- und Waschmaschine in die günstigen Stunden.
  • Wichtig zu wissen: Wer nur zusieht, spart fast nichts. Ohne Automation bleibt der dynamische Tarif eine hübsche Kurve im Dashboard.

Was der dynamische Stromtarif wirklich ist

Beim klassischen Tarif zahlst du das ganze Jahr denselben Arbeitspreis – egal ob gerade Windflaute herrscht oder ob mittags so viel Solarstrom im Netz ist, dass die Börse ins Minus rutscht. Ein dynamischer Tarif gibt diese Schwankung an dich weiter: Für jede Stunde gilt der Preis, der am Vortag an der Strombörse EPEX Spot festgestellt wurde – zuzüglich Netzentgelte, Umlagen, Steuern und Anbieteraufschlag.

Der Reiz liegt in der Spreizung innerhalb eines Tages. Nachts und in der Solar-Mittagsspitze ist Strom regelmäßig deutlich billiger als am frühen Abend, wenn ganz Deutschland gleichzeitig kocht. Diese Spreizung ist kein Bonus für Sparsame, sondern eine Wette: Wer seinen Verbrauch nicht bewegt, zahlt im Zweifel mehr als vorher. Wer ihn bewegt, gewinnt.

Genau an dieser Stelle kommt der Raspberry Pi ins Spiel. Die Tibber-App zeigt die Preise zwar an, aber sie schaltet nichts in deinem Haus. Home Assistant kann beides: Es kennt den Preis und es kennt deine Geräte – Steckdosen, Heizung, Wallbox, Speicher. Aus zwei Informationen wird so eine Entscheidung, und die trifft der Pi zuverlässiger als jeder Mensch, der um drei Uhr nachts die Spülmaschine startet.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Preis und Verbrauch. Der Preis kommt über die Tibber-Schnittstelle aus dem Internet. Der Verbrauch kommt entweder vom Tibber Pulse am Zähler, von einem eigenen Lesekopf am Smartmeter oder von Messsteckdosen. Beide Datenquellen brauchst du: die eine, um zu wissen, wann du schalten sollst, die andere, um zu sehen, ob es etwas gebracht hat.

Tibber mit Home Assistant einbinden – Schritt für Schritt

  1. Home Assistant vorbereiten: Eine aktuelle Installation auf dem Pi genügt, idealerweise auf SSD statt Speicherkarte. Preisdaten und Statistiken schreiben permanent in die Datenbank – das mag keine SD-Karte.
  2. Access-Token holen: Im Tibber-Entwicklerportal unter developer.tibber.com mit den Zugangsdaten des eigenen Tibber-Kontos anmelden und den persönlichen Token kopieren. Er ist so schützenswert wie ein Passwort.
  3. Integration hinzufügen: Einstellungen → Geräte & Dienste → Integration hinzufügen → Tibber auswählen und den Token einfügen. Home Assistant legt daraufhin automatisch die Sensoren für jedes Zuhause im Tibber-Konto an.
  4. Sensoren prüfen: Unter Entwicklerwerkzeuge → Zustände nach sensor.electricity_price suchen. Der Sensor trägt den aktuellen Preis als Wert und die komplette Stundenprognose in seinen Attributen – dort liegt das eigentliche Gold.
  5. Echtzeitverbrauch anschließen (optional): Der Tibber Pulse steckt am Zähler und liefert den Hausverbrauch sekundengenau. Alternativ misst ein Shelly Pro 3EM im Zählerschrank – der Vorteil: Diese Messung bleibt dir auch nach einem Anbieterwechsel erhalten.
  6. Energie-Dashboard füttern: Einstellungen → Dashboards → Energie. Trage dort den Netzbezug samt Kostenquelle ein. Home Assistant erzeugt aus den Tibber-Daten stündliche Statistiken und rechnet dir Verbrauch und Kosten sauber gegeneinander.
  7. Preiskurve sichtbar machen: Über HACS lassen sich ApexCharts oder eine Mini-Graph-Karte nachrüsten, die die 24-Stunden-Prognose als Balkendiagramm zeigen. Preisbewusstsein entsteht durchs Hinsehen.
  8. Erste Automation bauen: Ein Template-Sensor, der aus den Stundenattributen den günstigsten Block des Tages berechnet, ist die Grundlage für alles Weitere. Wie das Regelwerk aufgebaut wird, zeigt die Anleitung zu Home-Assistant-Automationen.

Spar-Automationen mit Tibber und Home Assistant

Alle sinnvollen Regeln folgen demselben Muster: Ein Gerät bekommt ein Zeitfenster und eine Preisbedingung, und Home Assistant sucht darin das billigste Loch. Wer stur nach fester Uhrzeit schaltet, verschenkt die Hälfte des Effekts, weil die günstigste Stunde im Winter nachts und im Sommer mittags liegt.

VerbraucherRegelTypischer Hebel
Spül- und WaschmaschineSteckdose freigeben, sobald der Preis unter dem Tagesmittel liegtklein, aber täglich
Warmwasser-BoilerAufheizen in den drei günstigsten Stunden vor 7 Uhrmittel bis groß
E-AutoLadefenster über evcc: „volle Batterie bis 7 Uhr, aber nur in den billigsten Stunden"der größte Einzelposten
HeimspeicherLaden bei Niedrigpreis, Entladen zur Abendspitzegroß, aber gerätespezifisch
WärmepumpeVorlauf leicht anheben, wenn Strom billig ist; absenken in der Preisspitzegroß im Winter
Alles anderePush-Meldung „Strom ist jetzt billig" per Telegramhängt an der Familie

Zwei Bedingungen entscheiden, ob eine Automation dauerhaft hält. Erstens: immer ein Notfallfenster einbauen, in dem trotzdem geheizt oder geladen wird – sonst steht im Zweifel morgens ein leeres Auto in der Garage. Zweitens: nie am absoluten Tagesminimum festmachen, das man nur einmal trifft, sondern an einem Schwellwert wie „unter dem Tagesdurchschnitt" oder „unter den günstigsten sechs Stunden".

Tibber, aWATTar oder eigener Börsenpreis-Sensor

Tibber ist nicht der einzige Weg zum stündlichen Preis, und die Automationen aus diesem Artikel funktionieren mit jedem Anbieter, der einen Stundenpreis liefert.

WegWas er liefertFür wen
Tibber-IntegrationPreis, Prognose, Verbrauch, Kosten, mit Pulse auch EchtzeitwerteTibber-Kunden – der bequemste Weg
aWATTar / andere dynamische TarifeStundenpreise über eigene Integration oder REST-Sensoralle, die schon woanders sind
EPEX-Spot-Sensor über HACSreine Börsenpreise ohne KundenkontoRechnen vor dem Wechsel
Node-RED mit Preis-Nodesfrei modellierbare OptimierungslogikNode-RED-Anwender mit Sonderwünschen

Ein handfester Tipp für alle, die noch unschlüssig sind: Zuerst den reinen Börsenpreis-Sensor einbauen, ihn zusammen mit dem eigenen gemessenen Verbrauch in InfluxDB und Grafana aufzeichnen und nach vier Wochen nachrechnen. Erst wenn dieser Rückblick zeigt, dass sich die eigene Lastkurve überhaupt verschieben lässt, lohnt der Wechsel des Tarifs.

Was sich im Alltag tatsächlich verschieben lässt

Die ehrliche Antwort lautet: weniger, als die Werbeprospekte suggerieren – aber genug, damit es sich lohnt. Berichte aus der Community zeigen ein wiederkehrendes Muster: In einem Haushalt ohne Elektroauto und ohne Wärmepumpe sind grob 20 bis 30 Prozent des Verbrauchs überhaupt verschiebbar. Der Rest ist Kühlschrank, Licht, Router und Fernseher, und der läuft, wann er läuft.

Kommt ein E-Auto dazu, dreht sich das Verhältnis um: Eine einzige Ladung von 40 Kilowattstunden ist praktisch beliebig verschiebbar, solange das Auto über Nacht steht. Dasselbe gilt für einen Heimspeicher – wobei sich diese Rechnung erst trägt, wenn die Preisspreizung größer ist als die Verluste beim Laden und Entladen. Wer über ein Balkonkraftwerk mit Speicher nachdenkt, sollte das früh einplanen.

Ein Nebeneffekt wird regelmäßig unterschätzt: Sobald der Echtzeitverbrauch sichtbar ist, fallen die Dauerläufer auf – die alte Gefriertruhe im Keller, der Server unter dem Schreibtisch. Solche Posten findet man in keiner Jahresabrechnung, aber sofort in einer Verbrauchskurve. Wie man den Grundverbrauch aufspürt, zeigt der Artikel zum Stromverbrauch messen mit dem Raspberry Pi. Häufig spart dieser Blick mehr als jede Preisoptimierung.

Fehler und Stolpersteine

  • Token im Klartext in der Konfiguration: Der Tibber-Token gehört in die Integration, nicht in eine YAML-Datei, die später in einem Forum landet. Mit ihm lassen sich Verbrauchsdaten auslesen und Push-Nachrichten senden.
  • Preise für morgen sind nicht den ganzen Tag da: Die Börsenpreise für den Folgetag stehen erst am frühen Nachmittag fest. Automationen, die morgens schon den Preis für 22 Uhr abfragen, laufen ins Leere – Bedingung deshalb immer gegen die vorhandene Prognose prüfen.
  • Geräte ohne Startgedächtnis: Viele Spülmaschinen beginnen nach dem Wiedereinschalten der Steckdose nicht von selbst. Vor dem Bau einer Automation kurz testen, sonst steht das Geschirr morgens noch schmutzig in der Maschine.
  • Große Verbraucher über billige Steckdosen: Herd, Boiler oder Trockner gehören nicht an eine 10-Ampere-Zwischensteckdose. Entweder ein passend dimensioniertes Schaltrelais im Verteiler oder gleich die Geräteschnittstelle nutzen.
  • Alles gleichzeitig einschalten: Wenn Wallbox, Boiler und Wärmepumpe zur selben Minute starten, löst irgendwann der Hauptsicherungsautomat aus. Automationen versetzt starten und eine Leistungsobergrenze als Bedingung einbauen.
  • Datenbank läuft voll: Preis- und Leistungssensoren erzeugen enorm viele Datenpunkte. Recorder mit sinnvollen Ausschlüssen konfigurieren, sonst wächst die Datenbank stetig und der Datenträger gibt irgendwann auf.
  • Preisspitzen ignorieren: Bei Dunkelflaute kann eine einzelne Stunde extrem teuer werden. Eine Gegenautomation, die ab einem Schwellwert alles Verschiebbare abschaltet, gehört von Anfang an dazu.

Häufige Fragen zu Tibber mit Home Assistant

Brauche ich zwingend ein Smart Meter?
Für den dynamischen Tarif ja – er setzt ein intelligentes Messsystem voraus, weil stündlich abgerechnet wird. Die Home-Assistant-Integration selbst funktioniert ab dem ersten Tag, sobald der Vertrag aktiv ist.

Was kostet Tibber monatlich?
Neben dem stündlichen Arbeitspreis fällt in Deutschland eine monatliche Grundgebühr von 5,99 Euro an. Wer wenig Strom verbraucht und nichts verschieben kann, holt diesen Betrag durch die Preisoptimierung womöglich nicht wieder herein.

Brauche ich den Tibber Pulse?
Nein. Für Preis-Automationen genügt die Integration. Der Pulse liefert zusätzlich den sekundengenauen Verbrauch – dieselbe Information bekommst du aber auch von einem eigenen Lesekopf oder einem Energiezähler im Verteiler, und die bleibt beim Anbieterwechsel bestehen.

Funktioniert das auch mit aWATTar oder Ostrom?
Ja. Jeder Anbieter mit stündlichen Preisen lässt sich einbinden, teils über eigene Integrationen, teils über HACS oder einen REST-Sensor. Die Automationslogik bleibt identisch.

Wie viel lässt sich realistisch sparen?
Das hängt fast ausschließlich davon ab, wie viel verschiebbare Last im Haushalt steckt. Ohne E-Auto und ohne Wärmepumpe ist der Effekt überschaubar; mit Wallbox und Speicher wird er zum spürbaren Posten auf der Jahresabrechnung.

Läuft das Ganze auf einem Raspberry Pi 4?
Ja, problemlos. Die Integration ist genügsam. Wichtiger als die Rechenleistung ist eine schnelle Datenträger-Anbindung, weil die Statistikdatenbank ständig schreibt.

Was passiert, wenn das Internet ausfällt?
Dann veralten die Preisdaten. Automationen sollten deshalb prüfen, ob der Preissensor aktuell ist, und andernfalls in ein festes Standardverhalten fallen – etwa das gewohnte Nachtfenster.

Fazit

Tibber mit Home Assistant ist eines der wenigen Smart-Home-Projekte, das sich in Euro nachrechnen lässt – aber nur, wenn man es richtig herum angeht. Unsere klare Empfehlung: Erst messen, dann wechseln, dann automatisieren. Wer vier Wochen lang den eigenen Verbrauch gegen den Börsenpreis aufzeichnet, sieht schwarz auf weiß, ob genug verschiebbare Last im Haushalt steckt. Sind Wallbox, Wärmepumpe oder Speicher im Spiel, lautet die Antwort fast immer ja – dann gehört der Preissensor auf den Pi und die Ladelogik in eine Automation. Ohne diese Verbraucher bleibt der dynamische Tarif ein hübsches Diagramm, das die Grundgebühr nicht verdient.

* = Affiliate Link (raspi-config.de ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.)


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