Raspberry Pi Swap

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RASPBERRY PI SWAP


Swap-Metapher: Wasserglas laeuft ueber neben dem Pi

Wenn der Speicher überläuft: Swap richtig einsetzen

Kurz gesagt: Braucht der Raspberry Pi überhaupt noch Swap?

Beim Thema Raspberry Pi Swap haben sich die Karten in den letzten Jahren neu gemischt: Das aktuelle Raspberry Pi OS auf Trixie-Basis verwaltet den Auslagerungsspeicher nicht mehr mit dem alten dphys-swapfile, sondern mit dem neuen Paket rpi-swap – und das setzt ab Werk auf komprimierten Arbeitsspeicher statt auf die Speicherkarte. Die Kurzfassung:

  • Das Werkzeug hat gewechselt: Aktuelle Abbilder bringen rpi-swap mit. Konfiguriert wird es über /etc/rpi/swap.conf beziehungsweise Ergänzungsdateien in /etc/rpi/swap.conf.d/ – nicht mehr über /etc/dphys-swapfile.
  • Die Voreinstellung heißt zram+file: Ein komprimierter Bereich im RAM übernimmt das Auslagern, eine Datei auf dem Datenträger dient nur noch als selten beschriebenes Auffangbecken. Das schont Speicherkarten erheblich.
  • Die Größe richtet sich nach dem RAM: Standard ist einmal die RAM-Menge, gedeckelt bei 2048 MiB – und höchstens die Hälfte des freien Plattenplatzes. Die alte 100-MB-Winzigkeit ist Geschichte.
  • Vier Betriebsarten stehen zur Wahl: zram+file (Standard), zram, swapfile und none. Jede Änderung braucht einen Neustart – ein systemctl daemon-reload genügt ausdrücklich nicht.
  • Auf Bookworm gilt weiter das Alte: Dort regelt dphys-swapfile mit der Zeile CONF_SWAPSIZE die Größe, ab Werk auf 100 MB – der häufigste Grund für abgebrochene Kompiliervorgänge.
  • Die unbequeme Wahrheit bleibt: Wer dauerhaft auslagert, hat ein RAM-Problem und kein Swap-Problem. Swap ist eine Versicherung gegen Abstürze, kein Ersatz für Arbeitsspeicher.

Was Swap ist – und warum er auf dem Raspberry Pi ein Sonderfall ist

Swap ist ausgelagerter Arbeitsspeicher. Wird der RAM knapp, schiebt Linux selten benutzte Speicherseiten auf den Datenträger und schafft so Platz für das, was gerade gebraucht wird. Auf einem PC mit SSD ist das eine elegante Notbremse. Auf dem Raspberry Pi entsteht daraus ein Zielkonflikt, denn der Standard-Datenträger ist eine SD-Karte – und deren Speicherzellen vertragen nur eine begrenzte Zahl an Schreibvorgängen.

Genau hier sitzt das Missverständnis, das seit Jahren durch Foren geistert: Swap ist auf dem Pi kein Beschleuniger, sondern eine Versicherung gegen den Absturz. Läuft ein Programm in den vollen Speicher, beendet der Kernel kurzerhand einen Prozess – der berüchtigte OOM-Killer. Bei einem Home-Assistant-Server mitten in der Nacht ist das ärgerlich, bei einem Kompiliervorgang nach vierzig Minuten schlicht schmerzhaft. Swap fängt genau diese Spitzen ab.

Was Swap dagegen nicht kann: fehlenden RAM ersetzen. Eine Speicherkarte liefert selbst im besten Fall Übertragungsraten im zweistelligen Megabyte-Bereich, Arbeitsspeicher arbeitet um Größenordnungen schneller. Ein Pi, der dauerhaft auslagert, fühlt sich nicht langsam an – er fühlt sich defekt an, weil jede Eingabe sekundenlang hängt.

Die Entwickler bei Raspberry Pi haben daraus die Konsequenz gezogen und das Thema neu aufgesetzt. Statt eine möglichst große Datei auf die Karte zu legen, geht der aktuelle Ansatz den umgekehrten Weg: erst komprimieren, dann – und nur wenn es sich wirklich lohnt – schreiben. Das erklärt, warum sich Anleitungen aus dem Netz und das eigene System heute oft widersprechen.

rpi-swap: So verwaltet Raspberry Pi OS den Swap heute

Das Paket rpi-swap ist seit 2025 Teil der Standardinstallation von Raspberry Pi OS und löst dphys-swapfile ab. Es arbeitet nicht mehr als Init-Skript, sondern als systemd-Generator: Der Swap wird bereits in der frühen Startphase eingerichtet, also genau dann, wenn der Speicherdruck am geringsten ist. Vier Betriebsarten stehen zur Verfügung:

MechanismWas passiertWofür geeignet
autoVoreinstellung, entspricht derzeit zram+fileAlle, die sich nicht kümmern wollen
zram+fileKomprimierter RAM-Swap, dazu eine Datei als Rückhalt für lange ungenutzte SeitenDer Standardfall, besonders auf SD-Karte
zramNur komprimierter RAM-Swap, keine einzige SchreiboperationSysteme, bei denen die Karte um jeden Preis geschont werden soll
swapfileKlassische Auslagerungsdatei unter /var/swapPis, die von NVMe oder SSD booten
noneKein Swap, vorhandene Datei wird entferntBoards mit reichlich RAM und knappem Plattenplatz

Die Standardgrößen sind bewusst zurückhaltend gewählt. Sowohl der zram-Bereich als auch die Datei orientieren sich am Einfachen der RAM-Menge und sind bei 2048 MiB gedeckelt; die Datei belegt zusätzlich höchstens die Hälfte des freien Plattenplatzes. Bei zram ist die genannte Größe die entpackte Kapazität – tatsächlich belegt sie durch die Kompression deutlich weniger echten Arbeitsspeicher.

Interessant ist der Kniff hinter zram+file: Die Datei ist hier keine zweite Swap-Ebene, sondern ein Rückschreibziel. In großen Abständen wandern Seiten, die schon lange niemand mehr angefasst hat, aus dem komprimierten RAM in diese Datei und geben dort Platz frei – der erste Durchlauf 180 Minuten nach dem Start, danach alle 24 Stunden. Kontrollieren lässt sich das mit systemctl list-timers rpi-zram-writeback.timer. Nebenbei setzt das Paket vm.page-cluster=0, schaltet also das Vorauslesen ab – bei komprimiertem Speicher bringt es nichts außer Latenz.

Raspberry Pi Swap ändern – Schritt für Schritt

Auf einem aktuellen System wird nicht mehr an einer Größenangabe gedreht, sondern eine kleine Ergänzungsdatei angelegt. Das hat den Vorteil, dass eine spätere Aktualisierung des Pakets die eigene Einstellung nicht überschreibt:

  1. Ist-Zustand feststellen: free -h zeigt RAM und Swap nebeneinander, swapon --show nennt die aktiven Geräte. Taucht dort /dev/zram0 auf, arbeitet das System bereits mit komprimiertem Speicher.
  2. Prüfen, welches Werkzeug zuständig ist: ls /etc/rpi/swap.conf – existiert die Datei, läuft rpi-swap. Andernfalls ist es das ältere dphys-swapfile, und der übernächste Abschnitt gilt.
  3. Ordner für Ergänzungen anlegen: sudo mkdir -p /etc/rpi/swap.conf.d
  4. Eigene Einstellung schreiben: sudo nano /etc/rpi/swap.conf.d/80-eigener-swap.conf und dort etwa für eine feste 2-GB-Auslagerungsdatei eintragen:
    [Main]
    Mechanism=swapfile

    [File]
    FixedSizeMiB=2048
  5. Alternativ nur den zram-Anteil vergrößern: Mit [Zram] und RamMultiplier=1.5 steigt die entpackte Kapazität auf das Anderthalbfache des RAM. Werte über 2.0 sind ausdrücklich nicht empfohlen, weil schlecht komprimierbare Daten sonst den kompletten Arbeitsspeicher belegen könnten.
  6. Neu starten – zwingend: sudo reboot. Der Generator baut die Swap-Einheiten nur beim Start auf; ein daemon-reload erzeugt zwar neue Einheiten, startet sie aber nicht. Ein Umbau im laufenden Betrieb kann das System instabil machen.
  7. Ergebnis kontrollieren: Nach dem Neustart zeigen free -h und swapon --show die neue Konfiguration. Passt beides, ist die Sache erledigt.

Swap komplett abschalten geht auf demselben Weg – dann steht in der Ergänzungsdatei schlicht Mechanism=none. Eine vorhandene Auslagerungsdatei wird dabei entfernt und der Platz freigegeben, was auf einem vollen Datenträger ein willkommener Nebeneffekt ist.

Ältere Systeme: Swap mit dphys-swapfile vergrößern

Auf Raspberry Pi OS Bookworm und älteren Ausgaben gilt weiterhin der bekannte Weg. Dort verwaltet der Dienst dphys-swapfile eine einzelne Auslagerungsdatei – keine Partition, was die Anpassung erfreulich einfach macht. Die Werkseinstellung von 100 MB ist allerdings so knapp, dass sie bei jedem größeren Vorhaben zum Problem wird:

  1. Dienst anhalten: sudo dphys-swapfile swapoff – die Datei wird ausgehängt, laufende Programme bleiben unberührt.
  2. Größe eintragen: sudo nano /etc/dphys-swapfile, dann die Zeile CONF_SWAPSIZE=100 auf den gewünschten Wert setzen. Die Angabe erfolgt in Megabyte, für 2 GB also 2048.
  3. Obergrenze beachten: Über 2048 deckelt das Skript stillschweigend. Wer mehr will, ergänzt zusätzlich CONF_MAXSWAP=4096 – nötig ist das auf dem Pi allerdings so gut wie nie.
  4. Neu anlegen und starten: sudo dphys-swapfile setup gefolgt von sudo dphys-swapfile swapon. Je nach Größe und Datenträger dauert das einige Sekunden bis gut eine Minute.
  5. Kontrollieren: free -h zeigt den neuen Wert. Ein Neustart ist nicht erforderlich, die Einstellung übersteht ihn dank Konfigurationsdatei trotzdem.
  6. Abschalten statt vergrößern: CONF_SWAPSIZE=0 oder dauerhaft mit sudo systemctl disable dphys-swapfile. Auf Boards mit viel RAM und reinem SD-Betrieb ist das oft die sinnvollere Entscheidung.

Wer auf einem Bookworm-System den modernen Weg nachrüsten möchte, kann das Paket zram-tools installieren: sudo apt install zram-tools, anschließend in /etc/default/zramswap die Zeilen ALGO=zstd und PERCENT=50 setzen und mit sudo systemctl restart zramswap aktivieren. Das ist nicht dasselbe wie rpi-swap, kommt dem Verhalten aber nahe. Wirklich sauber wird es allerdings erst mit einem aktuellen Systemabbild.

zram oder Auslagerungsdatei – was wann die bessere Wahl ist

Beide Verfahren heißen im System „Swap", funktionieren aber grundverschieden. zram legt einen komprimierten Bereich im RAM selbst an: Selten genutzte Seiten werden gepackt statt ausgelagert. Gebräuchliche Kompressionsverfahren wie zstd erreichen bei typischen Speicherinhalten Faktoren um zwei – aus einem reservierten Gigabyte werden also grob zwei Gigabyte nutzbarer Speicher, ohne einen einzigen Schreibzugriff auf den Datenträger. Der Preis ist Rechenzeit: Jedes Komprimieren kostet CPU. Auf einem Pi 5 fällt das kaum auf, auf einem Zero 2 W ist es spürbar – aber immer noch um ein Vielfaches schneller als der Umweg über eine Speicherkarte.

Die klassische Auslagerungsdatei schafft dagegen echten Zusatzspeicher, den der RAM nicht hergibt – die einzige Möglichkeit, wenn wirklich mehr Adressraum gebraucht wird als physisch vorhanden ist, etwa beim Übersetzen großer Pakete aus dem Quellcode. Ihr Nachteil ist ebenso eindeutig: Sie schreibt, und auf SD-Karten schreibt sie an Verschleiß-Kandidaten.

Daraus ergibt sich eine einfache Zuordnung: Auf SD-Karte gehört zram, auf SSD darf es die Datei sein. Genau diesen Kompromiss bildet die Standardeinstellung zram+file ab – schnelles Komprimieren als erste Ebene, seltenes Zurückschreiben als Ventil. Wer den Pi ohnehin von SSD betreibt, kann bedenkenlos auf swapfile umstellen und bekommt dafür echten Zusatzspeicher, der auch großen Vorhaben standhält.

Swap im Dauerbetrieb: worauf es bei laufenden Systemen ankommt

Zwischen „Swap eingerichtet" und „Swap sinnvoll eingerichtet" liegen einige Punkte, die in Standardanleitungen selten auftauchen. Erfahrungswerte aus der Community fallen dabei recht eindeutig aus:

  • Kleine Boards lagern wirklich aus – und die Karte zahlt dafür. Ein Zero 2 W mit 512 MB RAM, auf dem neben Pi-hole noch ein Monitoring-Dienst wie Uptime Kuma läuft, kommt regelmäßig an die Speichergrenze. Genau in solchen Konstellationen berichten Nutzer immer wieder von Karten, die nach ein bis zwei Jahren in den Nur-Lese-Modus kippen – der typische Verschleißtod durch Dauerschreiben.
  • Große Boards lagern praktisch nie aus. Auf einem Pi 5 mit 8 GB bleibt selbst ein gut ausgebautes Home Assistant mit Zigbee2MQTT und InfluxDB üblicherweise deutlich unter der Hälfte des verfügbaren Speichers. Der eingerichtete Swap wird dann über Monate nicht angefasst – er ist reine Reserve und stört auch nicht.
  • Der Klassiker sind Kompiliervorgänge. Das Übersetzen größerer Pakete aus dem Quellcode ist das Szenario, das jede knappe Voreinstellung zuverlässig sprengt. Wer so etwas plant, hebt den Wert vorher an und senkt ihn danach wieder – oder reduziert einfach die Parallelität, etwa mit make -j2 statt -j4.
  • Messen statt raten. vmstat 1 zeigt in den Spalten si und so live, ob tatsächlich ein- und ausgelagert wird. Bleiben beide bei null, gibt es keinen Grund, an der Konfiguration zu drehen. Für den Blick über längere Zeiträume eignet sich ein Dashboard mit Grafana.
  • Container haben eigene Regeln. Mehrere Docker-Dienste nebeneinander addieren ihren Bedarf, und ein einzelner Ausreißer kann den ganzen Host in die Auslagerung treiben. Eine Speicherbegrenzung pro Container wirkt hier oft besser als jedes zusätzliche Gigabyte Swap.
  • Ein voller Datenträger kostet Swap. Die Auslagerungsdatei darf höchstens die Hälfte des freien Platzes belegen – wer die Karte bis zum Rand füllt, bekommt stillschweigend weniger Reserve als eingestellt.

Die häufigsten Fehler beim Swap auf dem Raspberry Pi

  • Riesige Auslagerungsdatei auf SD-Karte: Vier Gigabyte Swap auf einer Zwanzig-Euro-Karte sind kein Tuning, sondern ein Countdown. Entweder zram nutzen oder gleich von SSD booten.
  • Anleitung für das falsche System befolgt: Wer auf einem aktuellen Abbild an /etc/dphys-swapfile herumschraubt, ändert gar nichts – die Datei ist dort schlicht nicht mehr zuständig. Umgekehrt existiert /etc/rpi/swap.conf auf Bookworm noch nicht.
  • Nach der Änderung nicht neu gestartet: Bei rpi-swap greifen neue Einstellungen erst nach einem Neustart. Ein daemon-reload erzeugt zwar die Einheiten, aktiviert sie aber nicht – wer daraufhin nichts sieht, hält die Konfiguration fälschlich für kaputt.
  • Swappiness blind auf null gesetzt: Der Wert steuert, wie früh Linux auslagert. Bei null wartet das System bis zur letzten Sekunde und riskiert genau den OOM-Kill, den Swap verhindern sollte. Bei zram spricht sogar einiges für einen höheren Wert, weil das Auslagern dort billig ist.
  • Swap statt Ursachenforschung: Wer auslagert, sollte zuerst htop öffnen. Oft ist ein einzelner Prozess mit Speicherleck der Übeltäter – dann hilft ein Neustart dieses Dienstes mehr als jedes zusätzliche Gigabyte.
  • Kein Backup, obwohl die Karte schreibt: Wer klassischen Swap auf SD betreibt, sollte das Backup ernst nehmen oder die Karte klonen, bevor sie sich verabschiedet.
  • Mehr Swap als Ersatz für mehr RAM: Der teuerste Irrtum. Ein Board mit passender RAM-Ausstattung kostet einmalig etwas mehr und löst das Problem endgültig – siehe auch den Vergleich der Modelle.

Häufige Fragen zum Swap auf dem Raspberry Pi

Wie groß sollte der Swap auf dem Raspberry Pi sein?
Die aktuelle Voreinstellung trifft es gut: einmal die RAM-Menge, gedeckelt bei 2 GB. Bei 1 GB RAM also etwa 1 GB, bei 8 GB nicht mehr als 2 GB. Mehr bringt keinen messbaren Vorteil, kostet aber Platz und – auf Speicherkarten – Lebensdauer.

Braucht ein Raspberry Pi 5 mit 8 oder 16 GB überhaupt Swap?
Rechnerisch nein, praktisch schadet er nicht. Die Standardkombination aus zram und selten beschriebener Datei kostet weder nennenswert Leistung noch Kartenlebensdauer und fängt einzelne Ausreißer-Prozesse ab. Ein Grund, sie abzuschalten, besteht nur bei sehr knappem Plattenplatz.

Zerstört Swap wirklich die SD-Karte?
Nicht seine Existenz, sondern seine Nutzung. Ein Swap, der nie angefasst wird, schadet nichts. Dauerhaftes Auslagern dagegen beschreibt permanent dieselben Speicherzellen – Berichte über Standardkarten, die auf diese Weise nach ein bis zwei Jahren in den Nur-Lese-Modus wechseln, sind in der Community Alltag.

Was ist der Unterschied zwischen Swap und zram?
Klassischer Swap lagert auf den Datenträger aus: langsam, verschleißend, dafür echter Zusatzspeicher. zram komprimiert im RAM: schnell, ohne Verschleiß, dafür ohne zusätzlichen physischen Speicher. Auf dem Pi ist zram in fast allen Fällen die erste Wahl, die Datei die sinnvolle Ergänzung auf SSD.

Wie sehe ich, ob mein Pi gerade auslagert?
free -h zeigt in der Zeile „Swap" die belegte Menge, swapon --show die aktiven Geräte samt Priorität. Ob im Moment tatsächlich Bewegung herrscht, verrät vmstat 1 in den Spalten si und so. Weitere nützliche Kommandos stehen in der Befehlsübersicht.

Kann ich den Swap auf eine externe SSD legen?
Ja, und bei Dauerläufern ist das die beste Lösung. Wer ohnehin von NVMe oder SSD startet, hat die Datei automatisch dort liegen. Andernfalls lässt sich der Pfad über die Einstellung Path im Abschnitt [File] gezielt umlenken.

Mein Pi stürzt beim Kompilieren ab – hilft mehr Swap?
Sehr wahrscheinlich ja, das ist der klassische Fall: Der Speicher reicht kurzzeitig nicht, der OOM-Killer beendet den Vorgang. Zwei Gigabyte auf einem schnellen Datenträger lösen das meistens. Ebenso wirksam und völlig kostenlos ist es, die Zahl der parallelen Übersetzungsvorgänge zu senken.

Fazit

Der Swap auf dem Raspberry Pi ist eine Versicherung, kein Beschleuniger – und wie jede Versicherung sollte man ihn haben, aber nie brauchen. Die gute Nachricht: Mit rpi-swap und der Voreinstellung zram+file nimmt einem das aktuelle Raspberry Pi OS die Entscheidung weitgehend ab, und zwar in genau der Richtung, die für Speicherkarten richtig ist. Unsere klare Empfehlung lautet deshalb: Auf einem aktuellen System einfach nichts anfassen – die Voreinstellung ist besser als das meiste, was Forenbeiträge aus der dphys-Ära empfehlen. Wer noch mit dphys-swapfile unterwegs ist, ersetzt die 100-MB-Winzigkeit entweder durch zram oder gleich durch ein aktuelles Abbild. Und wer regelmäßig an die Grenze stößt, sollte die Wurzel angehen statt das Symptom: mehr RAM kaufen oder endlich von SSD booten. Beides löst das Problem dauerhaft, statt es auf Kosten der Speicherkarte zu verwalten.

* = Affiliate Link (raspi-config.de ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.)


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