Raspberry Pi Minecraft Server
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RASPBERRY PI MINECRAFT SERVER

Die eigene Welt läuft zu Hause: Familienserver auf dem Pi
Passende Hardware im Überblick
Boards – beim Spielserver zählt jedes Gigabyte RAM:
Raspberry Pi 5 mit 16GB RAM – die Empfehlung für größere Runden (Link)*
Raspberry Pi 5 mit 8GB RAM – der Standard für einen Familienserver (Link)*
Raspberry Pi 5 mit 4GB RAM – reicht für zwei bis vier Spieler (Link)*
Raspberry Pi 4 Starter-Set mit 4GB – wenn es günstig sein soll (Link)*
db-tronic Pi 5 Komplett-Set mit Gehäuse, Kühler und Netzteil (Link)*
Beelink S12 Pro N100 – wenn Mods und 20 Spieler dazukommen (Link)*
Speicher – hier entscheidet sich, ob der Server ruckelt:
Geekworm X1001 M.2-HAT für den Pi 5 (Link)*
Crucial P310 NVMe SSD 500GB – die Empfehlung (Link)*
Intenso M.2 NVMe SSD 500GB – die günstige Variante (Link)*
SanDisk Extreme Portable SSD 1TB – per USB auch am Pi 4 (Link)*
SanDisk Extreme A2 128GB – nur als Notlösung (Link)*
Für den Dauerbetrieb:
Offizielles 27-W-Netzteil für den Pi 5 (Link)*
Geekworm X1200 USV – schützt die Welt vor Stromausfällen (Link)*
Waveshare PoE-HAT für den Netzwerkschrank (Link)*
GeeekPi P33 PoE-HAT mit NVMe-Steckplatz (Link)*
Kurz gesagt: Taugt ein Raspberry Pi als Minecraft-Server?
Die Kurzfassung:
- Ja, aber nur mit PaperMC: Ein Raspberry Pi Minecraft Server auf Basis von Vanilla ruckelt schon bei drei Leuten. PaperMC ist derselbe Server, nur massiv optimiert – und damit oft zwei- bis dreimal so leistungsfähig.
- Realistische Spielerzahl: Pi 4 mit 4 GB etwa drei bis vier Spieler, Pi 5 mit 8 GB acht bis zehn, Pi 5 mit 16 GB auch mal zwölf bis fünfzehn – jeweils ohne Mods.
- Die SSD ist Pflicht: Minecraft schreibt permanent Chunks. Auf einer Speicherkarte erzeugt genau das die Meldung „Can't keep up".
- Java 21 muss es sein: Aktuelle Minecraft-Versionen starten mit älteren Java-Versionen schlicht nicht.
- Bedrock läuft nicht direkt: Mojang liefert den Bedrock-Server nur für x86-Prozessoren. Die saubere Lösung heißt Geyser – ein Plugin, das Handy- und Konsolenspieler auf den Java-Server lässt.
- Freunde einladen: Portfreigabe plus DynDNS funktioniert, ein VPN oder ein Tunneldienst ist aber deutlich sicherer.
Java Edition oder Bedrock Edition – was auf dem Pi funktioniert
Minecraft gibt es in zwei Welten, die technisch nichts miteinander zu tun haben. Die Java Edition läuft auf PC, Mac und Linux und ist die Version, für die es Plugins, Server-Software und die gesamte Bastelkultur gibt. Die Bedrock Edition steckt in Handys, Tablets, Konsolen und der Windows-App.
Für den Pi ist die Sache eindeutig: Der offizielle Bedrock Dedicated Server von Mojang existiert nur als x86-Programm. Auf dem ARM-Prozessor des Pi lässt er sich allenfalls über Emulationsschichten wie Box64 überreden – ein Bastelprojekt mit ungewissem Ausgang.
Die Java Edition dagegen fühlt sich auf dem Pi zuhause. Statt der originalen Server-Datei nimmt man dabei PaperMC. Paper ist ein Ableger von Spigot und Bukkit, der dieselbe Welt spielt, aber unzählige Optimierungen mitbringt: Chunks werden effizienter geladen, Entitys sparsamer berechnet, unnötige Arbeit fällt weg. Berichte aus der Community nennen regelmäßig Faktor zwei bis drei gegenüber Vanilla – auf einem Kleinstrechner ist das der Unterschied zwischen spielbar und unbrauchbar.
Und die Konsolen- und Handyspieler? Für die gibt es Geyser zusammen mit Floodgate. Beide werden als Plugin in den Paper-Server gelegt und übersetzen zwischen beiden Protokollen. Danach spielen Tablet und PC auf derselben Welt – ohne zweiten Server.
Raspberry Pi Minecraft Server einrichten – Schritt für Schritt
- System vorbereiten: 64-Bit Raspberry Pi OS Lite genügt, eine grafische Oberfläche kostet nur Speicher. Der Server sollte auf einer SSD liegen, und der Pi braucht eine feste IP-Adresse im Netzwerk.
- Java installieren: sudo apt update und danach sudo apt install openjdk-21-jre-headless. Mit java -version prüfen – dort muss eine 21 stehen. Auf älteren Systemen liegt oft nur Java 17 im Paketquellen-Repository; dann hilft ein Backport oder das Paket von Adoptium.
- Ordner anlegen: mkdir ~/minecraft und hineinwechseln. Alles, was der Server erzeugt, landet später in diesem Verzeichnis.
- PaperMC holen: Auf papermc.io die aktuelle Server-JAR für die gewünschte Minecraft-Version herunterladen und als paper.jar im Ordner ablegen.
- Erster Start: java -Xms2G -Xmx2G -jar paper.jar --nogui. Der Server bricht sofort ab und legt dabei die Datei eula.txt an.
- EULA bestätigen: In eula.txt den Eintrag eula=false auf eula=true ändern. Das ist die Zustimmung zu Mojangs Nutzungsbedingungen – ohne sie startet kein Server.
- Zweiter Start: Denselben Befehl noch einmal. Jetzt erzeugt der Server die Welt und die Datei server.properties. Beim ersten Mal dauert das einige Minuten.
- Feinschliff: In server.properties die Werte anpassen – view-distance=6, simulation-distance=4, max-players realistisch und motd auf den Servernamen. Danach im Spiel unter „Direkt verbinden" die IP des Pi eintragen.
Wie viele Spieler schafft welches Modell?
Die entscheidende Größe ist nicht die Bildrate, sondern TPS – Ticks pro Sekunde. Zwanzig ist das Maximum; fällt der Wert darunter, wird die Welt zäh, Mobs stocken, Blöcke erscheinen verzögert. Paper zeigt den Wert mit dem Befehl /tps direkt im Spiel an.
| Modell | RAM-Zuweisung | Realistisch |
|---|---|---|
| Pi 4 mit 4 GB | -Xmx2G | 3–4 Spieler, view-distance 6 |
| Pi 5 mit 4 GB | -Xmx2500M | 4–6 Spieler |
| Pi 5 mit 8 GB | -Xmx6G | 8–10 Spieler, view-distance 8 |
| Pi 5 mit 16 GB | -Xmx10G | 12–15 Spieler, Plugins möglich |
Wichtig bei der RAM-Zuweisung: Niemals den gesamten Arbeitsspeicher vergeben. Das Betriebssystem braucht seinen Teil, und wer den Swap zum Auffangen zweckentfremdet, macht alles schlimmer – ausgelagerter Java-Speicher bedeutet Ruckler im Sekundentakt.
Der zweite große Hebel ist die NVMe-SSD. Minecraft speichert die Welt in tausenden kleinen Region-Dateien und schreibt ununterbrochen darin herum. Genau bei solchen verstreuten Zugriffen haben Speicherkarten ihre Schwäche – der Server wartet dann auf die Karte statt auf den Prozessor. Ein Wechsel auf SSD bringt meist mehr als das nächstgrößere Modell.
Der dritte Hebel kostet nichts: Welt-Vorgenerierung. Neues Gelände zu erzeugen ist die teuerste Aufgabe überhaupt. Mit dem Plugin Chunky lässt man den Pi das nachts erledigen – chunky radius 3000 und chunky start genügen. Danach laufen die Spieler durch fertiges Gelände, und die Aussetzer beim Erkunden verschwinden.
Autostart als systemd-Dienst und Backup der Welt
Ein Server, der nach einem Stromausfall von Hand gestartet werden muss, ist kein Server. Die saubere Lösung ist ein systemd-Dienst. Dafür legt man /etc/systemd/system/minecraft.service an:
[Unit]
Description=Minecraft Server
After=network.target
[Service]
User=pi
WorkingDirectory=/home/pi/minecraft
ExecStart=/usr/bin/java -Xms2G -Xmx6G -jar paper.jar --nogui
Restart=on-failure
[Install]
WantedBy=multi-user.target
Aktiviert wird der Dienst mit sudo systemctl enable --now minecraft, das Protokoll zeigt journalctl -u minecraft -f. Wer die Konsole zum Tippen von Befehlen braucht, startet den Server stattdessen in einer screen- oder tmux-Sitzung.
Genauso wichtig ist das Backup. Gesichert werden muss nur der Welt-Ordner samt world_nether und world_the_end – dazu die Konfigurationsdateien. Ein nächtliches tar-Archiv auf ein Netzlaufwerk reicht völlig. Nur eines sollte man beachten: Vor dem Kopieren den Server anhalten oder wenigstens per Konsole save-off und save-all absetzen, sonst sichert man eine Welt mitten im Schreibvorgang.
Freunde auf den Server holen – Portfreigabe, DynDNS oder VPN
Im Heimnetz genügt die lokale IP. Sobald jemand von außen mitspielen soll, gibt es drei Wege – und sie unterscheiden sich vor allem im Risiko.
- Portfreigabe: Der klassische Weg. Im Router wird Port 25565 (TCP) auf den Pi freigegeben, bei Geyser zusätzlich 19132 (UDP). Weil sich die öffentliche IP regelmäßig ändert, kommt DynDNS dazu. Nachteil: Der Server steht offen im Internet und wird binnen Stunden von Scannern gefunden.
- VPN: Deutlich sicherer. Ein WireGuard-Tunnel oder das komfortablere Tailscale holt die Freunde ins eigene Netz, ohne dass ein Port offen steht. Der Preis: Jeder Mitspieler richtet den Client einmal ein.
- Tunneldienste: Anbieter wie Playit.gg bauen die Verbindung von innen nach außen auf. Es bleibt kein Port offen, und man braucht weder DynDNS noch Router-Zugriff – dafür läuft der Verkehr über einen fremden Server.
Wer den offenen Weg wählt, sollte den Pi vorher absichern: SSH nur mit Schlüssel, keine Standardpasswörter, und online-mode=true unbedingt belassen, damit nur echte Minecraft-Konten hereinkommen.
Whitelist, Rechte und sinnvolle Plugins
Die wirksamste Schutzmaßnahme ist eine Zeile in der Konfiguration: white-list=true. Danach kommt nur herein, wer per whitelist add Name eingetragen wurde. Administratorrechte vergibt man mit op Name – sparsam, denn ein Operator kann alles, auch die Welt löschen.
Bei den Plugins reicht eine kleine Auswahl für fast jeden Familienserver:
- Chunky – generiert die Welt im Voraus und ist damit das wichtigste Leistungs-Plugin überhaupt.
- EssentialsX – Heimatpunkte, Warps, Teleport-Anfragen und ein brauchbares Rechtesystem für den Alltag.
- LuckPerms – feine Rechteverwaltung, sobald mehrere Gruppen von Spielern unterwegs sind.
- CoreProtect – protokolliert jeden gesetzten und abgebauten Block und macht Zerstörungen rückgängig.
- Geyser und Floodgate – lassen Bedrock-Spieler auf den Java-Server.
- Spark – misst nach, welches Plugin oder welcher Chunk den Server tatsächlich ausbremst.
Jedes Plugin kostet Arbeitsspeicher und Rechenzeit – auf einem Pi gilt deshalb: nur installieren, was wirklich gebraucht wird. Große Modpacks über Forge oder Fabric sprengen die Leistung des Pi in fast allen Fällen.
Typische Probleme beim Raspberry Pi Minecraft Server
- „Can't keep up! Is the server overloaded?": Der Server hat einen Tick nicht rechtzeitig geschafft. Einzelne Meldungen sind harmlos, dauerhafte nicht. Ursache Nummer eins ist die Speicherkarte, Ursache Nummer zwei eine zu hohe view-distance.
- Server startet nicht, Meldung zur Java-Version: Eine UnsupportedClassVersionError-Zeile oder der Hinweis auf Java 21 bedeutet schlicht, dass die installierte Laufzeitumgebung zu alt ist. java -version prüfen, notfalls mit sudo update-alternatives --config java die richtige auswählen.
- Zu wenig Speicher: Bricht der Prozess kommentarlos ab, hat meist der Kernel eingegriffen. dmesg | grep -i oom zeigt es. Die Lösung ist ein niedrigerer -Xmx-Wert, nicht mehr Swap.
- Ruckler beim Erkunden: Klassisches Zeichen fehlender Vorgenerierung. Chunky nachts laufen lassen und die simulation-distance auf 4 setzen.
- 32-Bit-System: Auf einem alten 32-Bit-Raspberry-Pi-OS kann Java nicht mehr als knapp 3 GB adressieren. uname -m muss aarch64 ausgeben.
- Drosselung durch Hitze: Ein Server unter Dauerlast wird warm. Ohne aktive Kühlung taktet der Pi 5 herunter, und die TPS fallen scheinbar grundlos.
- Falsche Erwartung an Mods: Wer ein 150-Mods-Modpack plant, wird enttäuscht. Dafür ist ein Mini-PC die ehrlichere Antwort.
Häufige Fragen zum Minecraft-Server auf dem Raspberry Pi
Welcher Raspberry Pi eignet sich für einen Minecraft-Server?
Der Pi 5 mit 8 GB ist der vernünftige Einstieg für eine Familie oder eine kleine Freundesgruppe. Ein Pi 4 mit 4 GB funktioniert für zwei bis vier Spieler, der Pi Zero 2 W dagegen gar nicht.
Warum PaperMC statt der originalen Server-Datei?
Paper spielt exakt dasselbe Minecraft, arbeitet aber deutlich effizienter und unterstützt Plugins. Auf einem Kleinstrechner entscheidet genau dieser Unterschied darüber, ob acht Leute spielen können oder nur drei.
Kann ich mit Handy oder Konsole auf den Server?
Ja, über die Plugins Geyser und Floodgate. Sie übersetzen zwischen Bedrock und Java, sodass Tablet, Switch und PC dieselbe Welt betreten. Ein eigener Bedrock-Server ist auf dem Pi mangels ARM-Version keine praktikable Option.
Wie viel RAM soll ich Java zuweisen?
Etwa zwei Drittel des Arbeitsspeichers, also 2 GB bei einem 4-GB-Board und 6 GB bei einem 8-GB-Board. Mehr zuzuweisen bringt nichts, weil dann dem System selbst der Speicher fehlt.
Brauche ich wirklich eine SSD?
Für gelegentliches Spielen zu zweit geht es zur Not auch mit einer sehr guten Speicherkarte. Sobald mehrere Spieler gleichzeitig Gelände erkunden, ist die SSD der wichtigste einzelne Baustein – und sie hält den Dauerschreibzugriff deutlich länger aus.
Wie viel Strom verbraucht so ein Server?
Ein Pi 5 unter Last liegt grob bei sechs bis zehn Watt. Über das Jahr sind das wenige Euro – ein Bruchteil dessen, was gemietete Spielserver kosten.
Lässt sich der Server auch in Docker betreiben?
Ja, fertige Images gibt es reichlich, und die Einrichtung über Docker ist bequem. Wer nur diesen einen Dienst betreibt, fährt mit der direkten Installation allerdings etwas sparsamer.
Fazit
Ein Raspberry Pi Minecraft Server ist kein Kompromiss, solange drei Entscheidungen stimmen. Unsere klare Empfehlung lautet deshalb: PaperMC statt Vanilla, eine NVMe-SSD statt Speicherkarte und eine vorgenerierte Welt statt spontaner Chunk-Erzeugung. Wer das beherzigt, bekommt auf einem Pi 5 mit 8 GB einen Server, auf dem acht bis zehn Leute flüssig bauen – für unter zehn Watt und ohne monatliche Mietgebühr. Wer dagegen ein großes Modpack plant oder zwanzig Spieler erwartet, greift ehrlicherweise gleich zum Mini-PC. Und für den Zugang von außen gilt: lieber ein VPN einrichten als den Port ins Internet öffnen – ein offener Spielserver ist ein beliebtes Ziel.
* = Affiliate Link (raspi-config.de ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.)
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