Frigate mit Home Assistant – der KI-Türsteher für deine Kameras
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FRIGATE MIT HOME ASSISTANT – DER KI-TÜRSTEHER FÜR DEINE KAMERAS

Nicht irgendwas bewegt sich – eine Person betritt die Einfahrt
Passende Hardware im Überblick
Boards – Frigate und Home Assistant zusammen brauchen Luft:
Raspberry Pi 5 mit 16GB RAM – die Empfehlung, wenn beides auf einem Gerät läuft (Link)*
Raspberry Pi 5 mit 8GB RAM – der vernünftige Standard (Link)*
Raspberry Pi 5 mit 4GB RAM – nur für ein bis zwei Kameras (Link)*
Home Assistant Green – die fertige Zentrale neben dem Frigate-Pi (Link)*
KI-Beschleuniger – die Erkennung gehört nicht auf die CPU:
Raspberry Pi AI HAT+ mit 26 TOPS – Hailo-8 für mehrere Kameras (Link)*
Raspberry Pi AI HAT+ mit 13 TOPS – reicht für Haus und Hof (Link)*
Waveshare Hailo-8 M.2-Modul – für vorhandene M.2-Adapter (Link)*
Speicher und Strom – Aufzeichnungen fressen Platz:
Geekworm X1001 M.2-HAT für den Pi 5 (Link)*
Crucial P310 NVMe SSD 500GB – schnell und sparsam (Link)*
SanDisk Extreme Portable SSD 2TB – Platz für Wochen an Material (Link)*
Offizielles 27-W-Netzteil für den Pi 5 (Link)*
GeeekPi P33 PoE-HAT mit NVMe-Steckplatz – Strom und Netz über ein Kabel (Link)*
Kameras mit offenem RTSP-Stream:
Reolink RLC-810A PoE mit 4K – die Empfehlung fürs Grundstück (Link)*
Reolink RLC-520A PoE mit 5MP – der Preis-Leistungs-Tipp (Link)*
Reolink Video-Türklingel PoE – liefert ebenfalls RTSP (Link)*
eufy SoloCam S220 – kabellos, Stream nur über die HomeBase (Link)*
Kurz gesagt: Was bringt Frigate mit Home Assistant?
Die Kurzfassung:
- Die Arbeitsteilung: Bei Frigate mit Home Assistant erkennt Frigate Objekte und speichert Video, Home Assistant macht daraus Meldungen, Dashboards und Automationen. Beide Teile lassen sich getrennt betreiben, entfalten aber erst zusammen ihren Nutzen.
- MQTT ist Pflicht: Die Verbindung läuft über einen Broker. Ohne eingerichtete MQTT-Integration in Home Assistant und aktiviertes MQTT in der Frigate-Konfiguration bleibt die Kopplung stumm.
- Installation über HACS: Die Frigate-Integration liegt als Standard-Repository im Community Store und wird danach ganz normal unter Geräte & Dienste hinzugefügt.
- Alerts statt Ereignisflut: Seit den aktuellen Versionen unterscheidet Frigate zwischen Alerts und Detections. Benachrichtigungen sollten nur an Alerts hängen – standardmäßig sind das Person und Auto.
- Was die Integration liefert: Kamerabilder, Objektzähler, Schalter für Erkennung und Aufnahme, binäre Sensoren je Zone – dazu alle Aufnahmen im Medienbrowser.
- Was auf dem Pi nicht geht: Die semantische Suche und die Beschreibungen per Sprachmodell brauchen deutlich mehr Rechenleistung. Auf einem Raspberry Pi bleiben sie ausgeschaltet.
Wie Frigate und Home Assistant zusammenarbeiten
Wer Frigate mit Home Assistant koppelt, verbindet zwei Systeme mit klar getrennten Aufgaben. Frigate ist der Videorekorder mit Objekterkennung: Es zieht die Streams der Kameras, jagt Bildausschnitte durch ein neuronales Netz und schreibt Aufnahmen weg. Was Frigate genau tut und welche Hardware es dafür braucht, steht ausführlich unter Frigate kompakt erklärt. Home Assistant dagegen weiß nichts von Videoanalyse – es kennt Zustände, Auslöser und Aktionen.
Die Brücke zwischen beiden ist ein MQTT-Broker. Frigate veröffentlicht dort alles, was passiert: frigate/available für den eigenen Zustand, frigate/events für einzelne verfolgte Objekte, frigate/reviews für zusammengefasste Vorfälle und pro Kamera Topics wie frigate/hofkamera/person mit der Zahl der gerade sichtbaren Personen. In die Gegenrichtung funktioniert es genauso: Ein Wert auf frigate/hofkamera/detect/set schaltet die Erkennung an oder aus.
Die offizielle Integration setzt auf diesen Topics auf und übersetzt sie in Entitäten. Zusätzlich spricht sie direkt mit der Frigate-Programmierschnittstelle, um Vorschaubilder, Videoclips und die Aufnahmen im Medienbrowser zu holen. Deshalb braucht sie beim Einrichten die Adresse der Frigate-Instanz – wahlweise über Port 5000 ohne Anmeldung oder über Port 8971 mit Authentifizierung.
Der zweite Baustein ist go2rtc, das in Frigate eingebaut ist. Es wandelt RTSP-Streams so um, dass sie im Browser ohne Verzögerung laufen – die Grundlage für flüssige Live-Bilder im Dashboard. Wer schon einmal ein ruckelndes Kamerabild in einer Weboberfläche gesehen hat, weiß, warum dieser Teil wichtig ist.
Frigate mit Home Assistant verbinden – Schritt für Schritt
- Betriebsart wählen: Auf Home Assistant OS gibt es Frigate als Add-on in vier Varianten – regulär und als Beta, jeweils mit oder ohne vollen Zugriff. Bequem, aber mit einer wichtigen Einschränkung: Ein getrennter lokaler Medienspeicher wird nicht unterstützt. Wer die Aufnahmen auf eine eigene NVMe-SSD legen will, betreibt Frigate besser per Docker auf einem eigenen Pi.
- Broker einrichten: In Home Assistant das Mosquitto-Add-on installieren, einen Benutzer anlegen und anschließend die MQTT-Integration hinzufügen. Dieser Schritt muss vor allem anderen erledigt sein.
- MQTT in Frigate aktivieren: In der config.yaml einen Block ergänzen: mqtt:
enabled: true
host: 192.168.1.10
user: frigate
password: geheim – die Adresse zeigt auf den Broker, nicht auf Home Assistant selbst, falls beides getrennt läuft. - Detektor eintragen: Auf dem Pi 5 mit AI HAT+ genügen drei Zeilen: detectors:
hailo:
type: hailo8l
device: PCIe – Frigate wählt das passende Standardmodell selbst aus. Details zur Karte stehen unter AI HAT+. - Integration installieren: In HACS nach „Frigate" suchen, installieren, Home Assistant neu starten. Danach unter Einstellungen → Geräte & Dienste → Integration hinzufügen den Eintrag Frigate wählen und die URL der Instanz eintragen.
- Medienquelle prüfen: Damit Aufnahmen im Medienbrowser erscheinen, muss die Medienquellen-Integration aktiv sein. Anschließend liegen dort Clips und Aufnahmen sortiert nach Monat, Tag, Kamera und Uhrzeit.
- Entitäten kontrollieren: Pro Kamera taucht ein eigenes Gerät auf. Erscheinen dort Sensoren, aber kein Live-Bild, fehlt meist der RTSP-Zugang – erscheint gar nichts, ist der Broker schuld.
- Automation bauen: Erst wenn die Entitäten sauber stehen, kommt die erste Automation an die Reihe. Alles andere ist Fehlersuche an der falschen Stelle.
Diese Entitäten liefert die Frigate-Integration
Nach dem Einrichten legt die Integration je Kamera einen ganzen Satz Entitäten an. Wer sie kennt, spart sich beim Automatisieren viel Sucherei.
| Typ | Was dahintersteckt |
|---|---|
| camera | Live-Bild der Kamera – setzt einen erreichbaren RTSP-Stream voraus |
| image | Vorschaubild des zuletzt erkannten Objekts, ideal für Push-Meldungen |
| sensor | Objektzähler je Kamera und Zone sowie Systemwerte wie die Inferenzzeit |
| switch | Erkennung, Aufzeichnung und Schnappschüsse einzeln an- und abschaltbar |
| binary_sensor | Bewegung beziehungsweise erkanntes Objekt – je Kamera, Zone und Objektklasse |
Besonders nützlich sind die Schalter. Über sie lässt sich die Erkennung abschalten, sobald alle Bewohner zu Hause sind, und beim Verlassen des Hauses wieder aktivieren – eine der beliebtesten Automationen überhaupt. Wer mehrere Frigate-Instanzen betreibt, vergibt in deren MQTT-Konfiguration unterschiedliche Werte für topic_prefix und client_id, sonst überschreiben sich die Systeme gegenseitig.
Frigate mit Home Assistant: Benachrichtigungen ohne Fehlalarme
Der eigentliche Grund für die Kopplung ist die Meldung auf dem Handy – und genau hier entscheidet sich, ob das System nach zwei Wochen wieder abgeschaltet wird. Der Schlüssel liegt in der Unterscheidung, die Frigate selbst trifft: Ein Vorfall ist ein Zeitraum, in dem Objekte aktiv waren, und er wird entweder als Alert oder als Detection eingestuft. Standardmäßig gelten Person und Auto als Alert, alles andere als Detection.
Diese Einteilung lässt sich in der Konfiguration anpassen und – noch wichtiger – auf Zonen begrenzen:
review:
alerts:
labels:
- person
zones:
- einfahrt
detections:
labels:
- cat
- dog
Damit meldet sich das Handy nur, wenn eine Person tatsächlich das Grundstück betritt. Der Gehweg davor bleibt still – rechtlich ohnehin die saubere Lösung. Für die Automation selbst gibt es einen fertigen Blueprint aus der Community, der Vorschaubild, Videoclip und einen Link zur Aufnahme zusammensetzt. Er braucht eine von außen erreichbare Adresse der Home-Assistant-Instanz, weil das Handy die Bilder sonst nicht laden kann.
Wer lieber selbst schreibt, hängt die Automation an das Topic frigate/reviews und filtert auf den Typ alert. Als Ausgabekanal dient die Home-Assistant-App oder ein Telegram-Bot. Eine Alternative ganz ohne Home Assistant bringt Frigate inzwischen selbst mit: eingebaute Web-Push-Benachrichtigungen samt Abkühlzeit je Kamera. Sie setzen allerdings eine HTTPS-Verbindung und einen Zugang von außen voraus.
Dashboard, Live-Bild und der Stand der Software 2026
Für die Anzeige im Dashboard hat sich eine Karte aus der Community durchgesetzt, die früher Frigate Card hieß und heute als Advanced Camera Card über HACS installiert wird. Sie zeigt mehrere Kameras nebeneinander, blendet die letzten Ereignisse als Galerie ein, aktualisiert sich selbst und erlaubt den Sprung von der Meldung direkt in den passenden Videoausschnitt. Für ein Wandtablet im Flur ist sie die naheliegende Wahl.
Beim Funktionsumfang hat sich zuletzt viel getan. Die stabile Version 0.17 brachte unter anderem trainierbare Klassifizierungsmodelle, eingeschränkte Betrachterrollen für einzelne Kameras und Auslöser für die semantische Suche. Die kommende Version 0.18 steckt Mitte 2026 in der Beta-Phase und bringt eine vollständige Konfiguration über die Oberfläche mit, dazu benannte Profile, die sich ohne Neustart umschalten lassen.
Bei aller Begeisterung gehört eine Einordnung dazu: Ein Teil dieser Funktionen ist für Geräte einer anderen Klasse gedacht. Die semantische Suche verlangt laut Dokumentation mindestens 8 GB Arbeitsspeicher und eine Prozessorarchitektur mit AVX-Befehlssätzen – ein Raspberry Pi erfüllt das nicht. Dasselbe gilt für Beschreibungen per Sprachmodell und aufwendige Gesichtserkennung. Auf dem Pi bleiben diese Schalter aus, und das ist keine Schwäche, sondern eine Frage der passenden Hardware.
Fehler und Stolpersteine bei der Kopplung
- MQTT vergessen: Der mit Abstand häufigste Fehler. Die Integration lässt sich zwar hinzufügen, liefert aber keine Sensoren, wenn der Broker fehlt oder Frigate mit anderen Zugangsdaten auf einen anderen Broker schreibt.
- Benachrichtigung an der Kamera statt an der Zone: Wer auf „Bewegung an Kamera Hof" auslöst, bekommt nachts jede Katze gemeldet. Meldungen gehören an Alerts in eng gezeichneten Zonen.
- Fehlende externe Adresse: Ohne erreichbare Adresse der Home-Assistant-Instanz kommen Meldungen zwar an, aber ohne Bild. Der saubere Weg von unterwegs führt über ein VPN, nicht über eine Portfreigabe.
- Zu kleiner shm_size-Wert: Frigate rechnet den Bedarf aus Auflösung und Kameraanzahl; für eine Kamera mit 1280 × 720 sind es rund 67 MB, für mehrere entsprechend mehr. Der Docker-Standard von 64 MB führt sonst zu Abstürzen ohne erkennbaren Grund.
- Add-on mit externem Speicher erwartet: Das Home-Assistant-Add-on unterstützt keinen getrennten lokalen Medienspeicher. Wer viele Stunden aufbewahren will, plant von vornherein den Docker-Weg auf eigener Hardware ein.
- Kamera ohne offenen Stream: Modelle, die nur über die Hersteller-App arbeiten, lassen sich nicht einbinden. Bei manchen Funkkameras führt der Umweg über die Basisstation – wie das bei den gängigen Marken aussieht, zeigt der Beitrag zu Reolink in Home Assistant.
- Alles auf einen Pi gepackt: Home Assistant, Frigate, Datenbank und Aufnahmen auf einem 4-GB-Board ergeben ein zähes System. Ab drei Kameras ist die Trennung auf zwei Geräte die ruhigere Lösung, wie sie auch der Überblick zur passenden Hardware nahelegt.
Häufige Fragen zu Frigate mit Home Assistant
Brauche ich für die Integration zwingend MQTT?
Ja. Die Integration bezieht Ereignisse und Zustände über den Broker; ohne ihn bleiben die Entitäten leer. Der Broker darf auf demselben Gerät laufen, muss aber für beide Seiten mit denselben Zugangsdaten erreichbar sein.
Add-on oder Docker-Container – was ist besser?
Das Add-on ist schneller eingerichtet und braucht Home Assistant OS. Der Container gibt mehr Freiheit, vor allem beim Speicherort der Aufnahmen. Für einen Pi mit eigener SSD ist der Container die passendere Wahl.
Sehe ich das Live-Bild direkt in Home Assistant?
Ja, über die Kamera-Entität der Integration. Flüssiger wird es mit der Advanced Camera Card, die den von go2rtc bereitgestellten Stream nutzt und die Verzögerung deutlich senkt.
Wie verhindere ich Meldungen bei jedem Vogel im Bild?
Über die Trennung von Alerts und Detections. Nur Alerts sollten Benachrichtigungen auslösen, und die Alert-Definition wird auf Objektklassen und Zonen eingeschränkt. Alles andere landet still im Archiv.
Läuft die semantische Suche auf einem Raspberry Pi?
Nein. Die Dokumentation nennt 8 GB Arbeitsspeicher und AVX-fähige Prozessoren als Mindestanforderung und weist ausdrücklich darauf hin, dass schwächere Systeme diese Funktion nicht zuverlässig ausführen.
Kann ich die Erkennung zeitweise abschalten?
Ja, über die Schalter-Entitäten oder direkt per MQTT-Topic. Typisch ist eine Automation, die die Erkennung im Garten pausiert, solange sich jemand zu Hause aufhält.
Funktioniert das auch mit einer Video-Türklingel?
Sofern das Gerät einen RTSP-Stream liefert, ja – es wird wie jede andere Kamera eingebunden. Welche Modelle sich dafür eignen, zeigt der Beitrag zur Video-Türklingel.
Fazit
Frigate mit Home Assistant ist die Kombination, die aus Kamerabildern endlich brauchbare Information macht: Frigate liefert das Urteil „hier war eine Person", Home Assistant macht daraus Licht, Nachricht und Protokoll. Unsere klare Empfehlung für den Aufbau: Richte zuerst MQTT ein, dann die Zonen, und erst ganz zum Schluss die Benachrichtigungen – wer die Reihenfolge umdreht, sucht Fehler an Stellen, an denen keine sind. Und lass die Finger von den großen KI-Funktionen, solange ein Raspberry Pi die Basis ist. Ein Pi 5 mit Hailo-Beschleuniger, drei Kameras und sauber gezeichneten Zonen ist zuverlässiger als jedes Kamera-Abo – und meldet sich nur dann, wenn es wirklich etwas zu melden gibt.
* = Affiliate Link (raspi-config.de ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.)
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