Homey vs. Home Assistant – Komfort gegen Kontrolle
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HOMEY VS. HOME ASSISTANT – KOMFORT GEGEN KONTROLLE

Die 400-Euro-Kugel gegen den 130-Euro-Pi
Passende Hardware im Überblick
Home Assistant – Raspberry Pi oder Fertiggerät:
Raspberry Pi 5 mit 8GB RAM – die Empfehlung (Link)*
Raspberry Pi 5 mit 16GB RAM – für Kameras und Datenbanken (Link)*
Raspberry Pi 5 mit 4GB RAM – wenn es günstig sein soll (Link)*
db-tronic Pi 5 Komplett-Set mit Gehäuse und Netzteil (Link)*
Home Assistant Green – die Fertig-Zentrale (Link)*
Offizielles 27-W-Netzteil für den Pi 5 (Link)*
Geekworm X1001 M.2-HAT für NVMe-Betrieb (Link)*
Intenso M.2 NVMe SSD 500GB (Link)*
Homey – die Komplettzentrale von Athom:
Homey Pro – alle Funkstandards in einer Kugel (Link)*
Homey Pro mini – der günstige Einstieg (Link)*
Funk-Sticks, mit denen Home Assistant nachrüstet:
Sonoff Zigbee-Stick MG24 – der Klassiker (Link)*
Home Assistant Connect ZBT-2 für Zigbee und Thread (Link)*
Aeotec Z-Stick 10 Pro für Z-Wave (Link)*
Home Assistant Connect ZWA-2 – die Z-Wave-Alternative (Link)*
Sonoff Thread Dongle Lite (Link)*
Home Assistant Voice PE für lokale Sprachsteuerung (Link)*
Kurz gesagt: Homey oder Home Assistant – was passt zu wem?
Die Frage Homey vs. Home Assistant ist keine Frage nach dem besseren System, sondern nach dem passenden Typ Mensch. Die Kurzfassung:
- Homey Pro: 449 Euro, alle wichtigen Funkstandards ab Werk in einem Gerät, App-geführte Einrichtung. Der Homey Pro mini kostet 279 Euro, bringt aber nur Zigbee, Thread und Matter mit.
- Home Assistant: quelloffen und kostenlos, läuft auf einem Raspberry Pi oder auf dem Home Assistant Green für 179 Euro. Funk kommt über frei wählbare USB-Sticks dazu.
- Der Kernunterschied: Homey verkauft ein fertiges Produkt mit klaren Grenzen, Home Assistant eine Plattform mit fast keinen – dafür mit Einarbeitung.
- Tempo: Home Assistant bekommt jeden Monat eine neue Version samt neuer Integrationen. Kein Fertigsystem hält dieses Entwicklungstempo.
- Laufende Kosten: Bei Homey sind Advanced Flow und Energie-Auswertung im Pro enthalten, Cloud-Backups kosten rund 10 Euro im Jahr. Home Assistant kostet nichts, die optionale Cloud für Fernzugriff und Sprachassistenten ist freiwillig.
- Kurzantwort: Wer Ruhe und Design will, nimmt Homey. Wer Kontrolle, Datenhoheit und Ausbaufähigkeit will, nimmt Home Assistant.
Homey vs. Home Assistant: zwei Philosophien, ein Ziel
Hinter Homey steht der niederländische Hersteller Athom, der mehrheitlich zum LG-Konzern gehört. Das Produkt ist eine matt schimmernde Kugel, die auf dem Sideboard nicht wie Technik aussieht – und genau das ist Teil des Konzepts. Homey verkauft ein Erlebnis: auspacken, App laden, Geräte suchen lassen, fertig. Die Funktechnik steckt komplett im Gehäuse, die Bedienung läuft über eine aufgeräumte App, und alles, was nicht hineinpasst, gibt es schlicht nicht.
Home Assistant geht den entgegengesetzten Weg. Es ist keine Hardware, sondern Software – ein quelloffenes Projekt mit weit über tausend offiziellen Integrationen und einer der größten Communities im Smart-Home-Bereich. Es läuft auf einem Raspberry Pi, auf dem Home Assistant Green, in einer virtuellen Maschine oder im Proxmox-Container. Was an Funk fehlt, steckt man als Stick in den USB-Anschluss. Was an Funktionen fehlt, holt man sich aus dem Community-Store HACS – oder es existiert schon, man hat es nur noch nicht gefunden.
Dieser Unterschied erklärt fast alle weiteren. Homey ist berechenbar, weil ein Hersteller entscheidet, was geht. Home Assistant ist unberechenbar mächtig, weil es diese Instanz nicht gibt. Beim einen sind Aktualisierungen ein Nicht-Ereignis, beim anderen kommt jeden Monat eine neue Version, die neue Möglichkeiten bringt und gelegentlich eine liebgewonnene Konfiguration in Rente schickt. Die Ausgabe 2026.8 etwa hat Home Assistant ausdrücklich zugänglicher gemacht: Neue Installationen sind ohne die angehängte Portnummer erreichbar, und aus den „Entwicklerwerkzeugen“ wurden schlicht „Werkzeuge“.
Wichtig ist noch ein Punkt, der beide verbindet: Beide Systeme arbeiten im Kern lokal. Weder Homey noch Home Assistant brauchen eine dauernde Cloud-Verbindung, damit ein Lichtschalter funktioniert. Wer aus dem Thema kommt, in dem eine Herstellerwolke jederzeit Dienste abschalten kann, sitzt hier wie dort im Trockenen – ein Unterschied ums Ganze gegenüber vielen Systemen aus dem breiten Marktvergleich.
Die Systemwahl in sieben Schritten
Statt Datenblätter zu vergleichen, führt dieser Ablauf schneller zur richtigen Entscheidung. Er beginnt bewusst nicht bei der Zentrale, sondern bei den Geräten – denn die bestimmen, was überhaupt gebraucht wird.
- Geräteliste schreiben: Alles notieren, was heute schon da ist und in den nächsten zwei Jahren dazukommen soll – Lampen, Thermostate, Rollläden, Kameras, Wallbox, Wechselrichter, Staubsauger.
- Funkstandards zuordnen: Daneben schreiben, worüber jedes Gerät spricht: Zigbee, Z-Wave, Matter, Thread, WLAN, Bluetooth oder eine Herstellerbrücke.
- Ausreißer markieren: Jedes Gerät ohne offene Schnittstelle – Wärmepumpe, Photovoltaik-Wechselrichter, exotische Alarmanlage, alte Infrarot-Geräte. An dieser Zeile entscheidet sich das Duell in der Praxis am häufigsten.
- Gegenprobe machen: Für jedes Gerät nachsehen, ob es eine Homey-App gibt und ob eine Home-Assistant-Integration existiert. Fehlt es bei Homey, ist die Sache meist erledigt; fehlt es bei Home Assistant, hilft oft noch HACS.
- Zeitbudget ehrlich schätzen: Home Assistant verlangt am Anfang ein paar Abende. Wer die nicht erübrigen kann oder will, ist mit Homey nachweislich glücklicher als mit einem halbfertigen Selbstbau.
- Gesamtkosten rechnen: Nicht Zentrale gegen Zentrale, sondern komplettes Setup gegen komplettes Setup – inklusive Sticks, Netzteil, Speicher und eventuellem Abo.
- Ausstiegsplan überlegen: Prüfen, wie leicht sich die Geräte später zu einem anderen System umlernen lassen. Zigbee und Z-Wave lassen sich jederzeit neu anlernen, proprietäre Brücken selten.
Homey und Home Assistant im direkten Vergleich
| Kriterium | Home Assistant (Pi 5 oder Green) | Homey Pro |
|---|---|---|
| Anschaffung Zentrale | Pi-Aufbau je nach Ausstattung, Green 179 € | 449 € (mini 279 €) |
| Funk ab Werk | keiner – frei wählbare USB-Sticks | Zigbee 3.0, Z-Wave 700, Thread, Matter, BLE, Infrarot, 433 MHz |
| Netzwerk | Gigabit-LAN und WLAN eingebaut | WLAN; LAN beim Pro per Adapter, beim mini eingebaut |
| Einrichtung | geführt, aber mit Lernkurve | App-geführt, auch für Einsteiger |
| Erweiterbarkeit | über tausend Integrationen plus HACS | App-Store des Herstellers, teils von der Community |
| Automationen | keine praktische Grenze, inklusive Vorlagen und Skripten | Flows und Advanced Flow – elegant, aber begrenzt |
| Aktualisierungen | monatlich neue Version | seltener, dafür ruhiger |
| Laufende Kosten | keine; Cloud-Dienst optional | Pro ohne Abo nutzbar, Cloud-Backup rund 10 €/Jahr |
| Lokaler Betrieb | vollständig, auch ohne Internet | weitgehend lokal |
| Ideal für | Tüftler, Datensparer, Energie-Optimierer | Design-Fans und alle, die Zeit sparen wollen |
Eine Zeile verdient besondere Beachtung: die Funktechnik. Der große Homey Pro deckt Zigbee, Z-Wave, Thread, Matter, Bluetooth, Infrarot und 433 MHz in einem Gehäuse ab – für alte Funksteckdosen und infrarotgesteuerte Klimageräte ist das ein echtes Argument. Der Homey Pro mini beschränkt sich dagegen auf Zigbee, Thread und Matter; Z-Wave, Bluetooth, Infrarot und 433 MHz kommen nur über die separate Homey Bridge für rund 69 Euro dazu. Wer den mini kauft und Z-Wave-Geräte besitzt, kauft also zweimal.
Flows gegen Automationen: wie weit reicht die Logik?
Homeys Aushängeschild sind die Flows: „Wenn – und – dann“ als Bausteine, die man in der App zusammensteckt. Advanced Flow erweitert das zu einem grafischen Netz mit mehreren Strängen, Verzweigungen und Verzögerungen. Das ist zweifellos die schönste Automations-Oberfläche am Markt, und für neunzig Prozent aller Haushalte reicht sie vollkommen.
Home Assistant kann dasselbe im grafischen Editor, hört dort aber nicht auf. Darunter liegt YAML mit Vorlagen, Skripten, Variablen, Schleifen und Zuständen – wer will, baut sich eine eigene Szenensteuerung mit Bedingungen, die kein Fertigsystem vorsieht. Der Preis dafür ist Verantwortung: Was man baut, muss man auch verstehen und pflegen.
Deutlich wird der Unterschied bei den Randgebieten. Objekterkennung im Kamerabild mit Frigate, dynamisches Wallbox-Laden mit evcc, Langzeitauswertungen mit InfluxDB und Grafana oder ein vollständig lokaler Sprachassistent, der ohne Cloud auskommt: Für diese Klasse von Projekten gibt es bei Homey schlicht kein Gegenstück. Umgekehrt gilt aber genauso: Wer nur Licht, Heizung und Rollläden automatisieren will, merkt von dieser Tiefe nichts – außer beim Einrichten.
Was beide Systeme wirklich kosten
Ein fairer Preisvergleich rechnet nicht Kugel gegen Platine, sondern lauffähiges System gegen lauffähiges System. Auf der Homey-Seite ist die Rechnung kurz: 449 Euro für den Pro, und die Funktechnik ist erledigt. Cloud-Backups schlagen mit etwa 10 Euro im Jahr zu Buche, die zentralen Funktionen wie Advanced Flow, Energie-Auswertung und Verlaufsdaten sind beim Pro ohne Abo enthalten. Der Homey Pro mini startet bei 279 Euro, braucht für Z-Wave und Infrarot aber die Bridge.
Auf der Home-Assistant-Seite besteht die Rechnung aus mehreren Posten. Wer den bequemen Weg wählt, nimmt das Home Assistant Green für 179 Euro und steckt einen Zigbee- oder Thread-Stick daneben. Wer den Raspberry Pi bevorzugt, kalkuliert Board, Netzteil, Gehäuse und eine NVMe-SSD ein – letztere ist keine Spielerei, sondern die wichtigste Investition überhaupt, weil die Datenbank eine SD-Karte auf Dauer zerschreibt. Für Z-Wave kommt ein weiterer Stick dazu.
Unterm Strich liegt ein solide ausgestatteter Home-Assistant-Aufbau meist spürbar unter dem Homey Pro, aber nicht so weit darunter, wie es die reinen Software-Kosten von null Euro vermuten lassen. Der eigentliche Unterschied liegt woanders: bei der Zeit. Die Einrichtung des Homey ist nach einem Abend erledigt, bei Home Assistant investiert man mehrere – dafür entfällt später der Moment, in dem ein Hersteller entscheidet, dass ein Gerät nicht mehr unterstützt wird.
Fehler und Stolpersteine
- Die Zentrale zuerst kaufen: Wer erst die Hardware bestellt und dann die Geräteliste prüft, entdeckt zu spät, dass ein wichtiges Gerät nicht unterstützt wird. Die Reihenfolge gehört umgedreht.
- Homey Pro mini mit Z-Wave-Bestand: Der mini spricht kein Z-Wave. Wer bestehende Z-Wave-Geräte hat, braucht die Bridge oder gleich den großen Pro – sonst wird der günstige Einstieg teurer als gedacht.
- Home Assistant auf der SD-Karte betreiben: Die Datenbank schreibt permanent. Ohne SSD ist der Kartentod nur eine Frage der Zeit, und dann ist die ganze Konfiguration weg.
- Kein Backup einplanen: Auf beiden Seiten der häufigste Totalverlust. Bei Home Assistant gehört ein automatisches Backup auf ein anderes Gerät zur Grundausstattung.
- Beide Systeme parallel betreiben: Homey als Funksammler, Home Assistant als Logik-Zentrale – das funktioniert, verdoppelt aber die Pflege und macht die Fehlersuche unangenehm. Als Übergangslösung sinnvoll, als Dauerzustand selten.
- Den Zigbee-Stick unterschätzen: Direkt am USB-3-Anschluss gesteckt, stört er sich selbst. Ein Verlängerungskabel löst mehr Reichweitenprobleme als jeder Repeater.
- Matter für die Lösung aller Probleme halten: Matter verbindet Ökosysteme, ersetzt aber weder Zigbee-Netze noch Herstellerintegrationen. Viele Funktionen eines Geräts bleiben über Matter unsichtbar.
Häufige Fragen zu Homey und Home Assistant
Ist Home Assistant wirklich so kompliziert, wie alle sagen?
Der Einstieg ist heute vollständig geführt, und die Grundfunktionen stehen in einer bis zwei Stunden. Anspruchsvoll wird erst das, was Homey gar nicht anbietet – tiefe Automationen, eigene Auswertungen, Kameraanalyse.
Was kostet Homey im laufenden Betrieb?
Beim Homey Pro sind die zentralen Funktionen ohne Abo enthalten; optional gibt es Cloud-Backups für rund zehn Euro im Jahr. Für Homey Cloud ohne eigene Zentrale wird dagegen eine monatliche Gebühr fällig.
Kann ich meine Zigbee-Geräte später umziehen?
Ja. Zigbee- und Z-Wave-Geräte lassen sich an einer neuen Zentrale neu anlernen, das ist reine Fleißarbeit. Schwieriger wird es bei Geräten, die fest an eine Hersteller-App gebunden sind.
Was ist der Unterschied zwischen Homey Pro und Homey Pro mini?
Der mini bringt Zigbee, Thread und Matter mit, aber kein Z-Wave, kein Bluetooth, kein Infrarot und kein 433 MHz. Diese Standards kommen nur über die separate Homey Bridge dazu; dafür hat der mini bereits einen Netzwerkanschluss.
Lohnt sich das Home Assistant Green gegenüber dem Raspberry Pi?
Für alle, die keine Lust auf Zusammenbau haben, ja – es kommt einbaufertig mit eMMC-Speicher und braucht keine SSD. Der Pi ist flexibler, oft günstiger und kann nebenbei noch andere Dienste übernehmen.
Und wie schlägt sich ioBroker in diesem Vergleich?
ioBroker ist der dritte große Kandidat und im deutschsprachigen Raum besonders stark bei Homematic. Er liegt zwischen den beiden Polen und wird im eigenen Systemvergleich ausführlich eingeordnet.
Welches System ist zukunftssicherer?
Home Assistant ist quelloffen und hängt an keinem einzelnen Unternehmen – das ist die stabilere Wette. Homey steht auf solider Basis, bleibt aber ein Hersteller-Ökosystem mit dem entsprechenden Restrisiko.
Fazit
Bei Homey vs. Home Assistant geht es um Komfort gegen Kontrolle – und beide Antworten sind legitim. Unsere klare Empfehlung fällt trotzdem eindeutig aus: Wer mehr will als Licht, Heizung und Rollläden, sollte zu Home Assistant greifen. Nicht weil Homey schlecht wäre – die Kugel ist das eleganteste Komplettpaket am Markt und für 449 Euro sofort einsatzbereit – sondern weil das Entwicklungstempo den Ausschlag gibt: Jeden Monat kommt eine neue Version, und mit ihr Integrationen, an die vor einem Jahr niemand gedacht hat. Wer Kameraanalyse, Wallbox-Steuerung oder einen lokalen Sprachassistenten auch nur für möglich hält, spart sich mit Home Assistant den zweiten Kauf. Umgekehrt gilt ebenso klar: Wer ein Smart Home will, das einfach nur läuft, und dafür gern 400 Euro zahlt, ist bei Homey richtig aufgehoben und wird die fehlende Tiefe nie vermissen. Falsch ist keine der beiden Entscheidungen – teuer wird nur die, die man zweimal trifft. Ein guter Startpunkt für den offenen Weg ist die Übersicht der passenden Hardware und die Einführung in die Hausautomation.
* = Affiliate Link (raspi-config.de ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.)
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