FritzBox mit Home Assistant – der Router wird Datenquelle

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FRITZBOX MIT HOME ASSISTANT – DER ROUTER WIRD DATENQUELLE


Rot-weißer Router neben Raspberry Pi Platine auf einem Regal

Der Router weiß, wer zuhause ist – jetzt nutzt es das Smart Home

Kurz gesagt: Was bringt die FritzBox in Home Assistant?

Die Kurzfassung:

  • Drei Integrationen, drei Aufgaben: FRITZ!Box Tools für Netzwerk und Anwesenheit, FRITZ!SmartHome für DECT-Steckdosen und Heizkörperregler, AVM FRITZ!Box Call Monitor für Telefonie-Ereignisse.
  • Der eigentliche Schatz: Der Router weiß, welche Handys im WLAN sind – und liefert damit die zuverlässigste Anwesenheitserkennung im Haus, ganz ohne GPS und ohne App im Hintergrund.
  • Zwei Häkchen vorab: Unter Heimnetz → Netzwerk → Netzwerkeinstellungen müssen TR-064 und UPnP aktiv sein, sonst findet die Integration nichts.
  • Eigener Benutzer statt Admin: In der FritzBox einen separaten Benutzer anlegen und ihm nur die nötigen Rechte geben – das Admin-Passwort hat in Home Assistant nichts verloren.
  • Alles bleibt lokal: Alle drei Integrationen sprechen direkt mit dem Router im Heimnetz. Keine Cloud, kein Konto, keine Internetabhängigkeit.
  • Kosten: null. Die Hardware steht bereits im Flur – es fehlt nur der Home-Assistant-Rechner daneben.

FritzBox mit Home Assistant – was der Router alles weiß

Die FritzBox mit Home Assistant zu verbinden ist der günstigste Ausbauschritt, den ein deutsches Smart Home machen kann. Der Router läuft rund um die Uhr und sammelt dabei Daten, die für Automationen Gold wert sind – nur schaut sie sich normalerweise niemand an. Er kennt jedes Gerät im Netz und dessen Online-Status, misst den Durchsatz auf der Internetleitung, protokolliert Anrufe und steuert über DECT die FRITZ!-Steckdosen und -Heizkörperregler.

Home Assistant holt diese Informationen über drei getrennte Integrationen ab. FRITZ!Box Tools ist die große: Sie erzeugt Gerätetracker für alles im Netz, Sensoren für externe IP-Adresse, Laufzeit, CPU-Temperatur und Datendurchsatz, Schalter für WLAN-Netze, Portfreigaben, Rufumleitungen und Kindersicherung sowie Schaltflächen für Neustart und neue Interneteinwahl. Sogar ein Bild-Objekt mit dem QR-Code fürs Gastnetz ist dabei.

FRITZ!SmartHome kümmert sich um alles, was per DECT an der Box hängt: FRITZ!Smart Energy 200 und 210 werden zu Schaltern mit Verbrauchs- und Temperatursensor, FRITZ!Smart Thermo 301 und 302 sowie das Eurotronic Comet DECT zu Thermostat-Objekten, die FRITZ!DECT 500 zur Lampe. Auch der Rollladenantrieb Homepilot RolloTron DECT 1213 wird unterstützt. Taster und Fensterkontakte liefern ihre Werte, lassen sich aber nicht steuern – die Schnittstelle der Box gibt das nicht her.

Der Call Monitor ist die kleinste und zugleich unterhaltsamste Integration: Ein Sensor mit den vier Zuständen idle, ringing, dialing und talking meldet, was auf der Telefonleitung passiert – inklusive Rufnummer und, wenn gewünscht, dem Namen aus dem Telefonbuch der Box.

FritzBox mit Home Assistant verbinden – Schritt für Schritt

  1. Zugriffe freischalten: In der FritzBox-Oberfläche unter Heimnetz → Netzwerk → Netzwerkeinstellungen → Zugriffseinstellungen beide Haken setzen: „Zugriff für Anwendungen zulassen" (TR-064) und „Statusinformationen über UPnP übertragen". Ohne diese beiden Schalter bleibt die Integration blind.
  2. Eigenen Benutzer anlegen: Unter System → FRITZ!Box-Benutzer ein Konto nur für Home Assistant erstellen. Es braucht die Berechtigung „FRITZ!Box Einstellungen"; für die DECT-Geräte kommt „Smart Home" dazu, für den Call Monitor „Sprachnachrichten, Faxnachrichten, FRITZ!App Fon und Anrufliste". Seit FRITZ!OS 7.24 vergibt die Box ohnehin einen zufälligen Admin-Namen aus „fritz" plus vier Ziffern – ein Grund mehr für ein sauber getrenntes Konto.
  3. FRITZ!Box Tools hinzufügen: In Home Assistant unter Einstellungen → Geräte & Dienste → Integration hinzufügen. Meist findet die Box sich selbst; sonst Adresse (Standard ist 192.168.178.1), Benutzername und Passwort eintragen. Die Ports 49000 beziehungsweise 49443 für SSL setzt Home Assistant selbst.
  4. Gerätetracker zuordnen: Jedes gefundene Netzwerkgerät wird ein eigenes Objekt. Die Handys den Personen unter Einstellungen → Personen zuweisen – erst dadurch entsteht der Zustand „zu Hause"/„abwesend", auf den sich Automationen stützen können.
  5. Wartezeit anpassen: In den Optionen der Integration steht die Karenzzeit („Consider home") standardmäßig auf 180 Sekunden. Wer schnellere Abwesenheits-Reaktionen will, senkt den Wert – wer keine Fehlalarme durch schlafende Handys mag, erhöht ihn.
  6. FRITZ!SmartHome ergänzen: Zweite Integration hinzufügen, dieselbe Adresse, derselbe oder ein zweiter Benutzer mit Smart-Home-Recht. Wichtig im Mesh: Nur den Mesh-Master eintragen, nicht die Repeater.
  7. Call Monitor aktivieren: Einmalig #96*5* von einem an der Box angeschlossenen Telefon wählen – das schaltet den Dienst auf TCP-Port 1012 frei. Danach die Integration „AVM FRITZ!Box Call Monitor" hinzufügen und für die Namensauflösung die Vorwahl (+49) angeben.
  8. Aufräumen: Nicht jedes Netzwerkgerät muss sichtbar sein – Drucker, Fernseher und Gastgeräte lassen sich deaktivieren.

Die drei Integrationen im direkten Vergleich

IntegrationLiefertBenötigtes RechtBesonderheit
FRITZ!Box ToolsGerätetracker, WAN-Durchsatz, externe IP, Laufzeit, WLAN-Schalter, Portfreigaben, NeustartFRITZ!Box EinstellungenTR-064 und UPnP zwingend, Abfrage alle 30 Sekunden
FRITZ!SmartHomeDECT-Steckdosen mit Verbrauch, Heizkörperregler, Lampen, Rollladen, VorlagenSmart HomeNur den Mesh-Master eintragen, kein Push – 30-Sekunden-Takt
Call MonitorAnrufstatus mit Rufnummer und TelefonbuchnamenAnrufliste und SprachnachrichtenVorher #96*5* wählen, Port 1012

Unterstützt werden die FRITZ!Box-Serien 4xx0, 5xx0, 6xx0 und 7xx0 – also DSL, Kabel und Glasfaser gleichermaßen. Auch die Repeater 600, 1200/AX, 2400 und 3000/AX lassen sich als eigene Geräte einbinden und melden dann, welche Clients an ihnen hängen.

Anwesenheitserkennung über das WLAN – der stärkste Auslöser

Wer Automationen baut, merkt schnell: Der schwierigste Teil ist nicht das Schalten, sondern das Wissen, ob jemand da ist. GPS-Ortung frisst Akku und meldet an der Straßenecke schon mal „daheim". Das WLAN dagegen ist unbestechlich: Ist das Handy eingebucht, ist sein Besitzer im Haus.

Die Erkennung ist dabei asymmetrisch – und genau das macht sie brauchbar. Das Ankommen registriert die Box binnen Sekunden, weil sich das Gerät aktiv anmeldet. Das Gehen dauert je nach Karenzzeit einige Minuten, weil erst ein Zeitfenster verstreichen muss. Für „Licht an, wenn jemand heimkommt" ist das perfekt; für „alles aus, sobald der Letzte geht" ebenfalls, weil eine kurze Verzögerung dort ohnehin gewünscht ist.

Die robusteste Lösung kombiniert beides: der Router-Tracker als Grundlage, die Standortfreigabe der Home-Assistant-App als Ergänzung. Wer wissen will, ob jemand im Raum ist statt nur im Haus, ergänzt einen Präsenzmelder – Router und Radar ergänzen sich, sie ersetzen sich nicht.

Praxisideen: Was sich mit Router-Daten automatisieren lässt

  • Abwesenheits-Routine: Verlässt das letzte Handy das WLAN, gehen Lichter aus, die Heizung sinkt ab und die Kameras werden scharf geschaltet.
  • Internet-Wächter: Der Verbindungssensor meldet Ausfälle. Kombiniert mit einem Speedtest-Logger entsteht ein Protokoll, das im Gespräch mit dem Anbieter mehr wiegt als jede Erinnerung.
  • Gastnetz auf Knopfdruck: Ein Schalter im Dashboard aktiviert das Gäste-WLAN, der QR-Code erscheint gleich daneben – und eine Automation schaltet es nachts wieder ab.
  • Anruf-Ereignisse nutzen: Wechselt der Call-Monitor-Sensor auf ringing, pausiert die Musik und der Anrufername läuft über das AWTRIX-Display oder landet als Nachricht per Telegram auf dem Handy.
  • Verbrauch sichtbar machen: Die Messsteckdosen liefern Watt und Kilowattstunden an den Energie-Bereich von Home Assistant. Waschmaschine fertig? Der Verbrauch fällt unter fünf Watt – das reicht als Auslöser.
  • Kindersicherung mit Zeitplan: Die Schalter für den Internetzugang einzelner Geräte lassen sich an Uhrzeiten koppeln, ohne in die Router-Oberfläche zu wechseln.
  • Neustart als Notnagel: Hängt die Verbindung, löst eine Automation die Neueinwahl aus – nachts um drei fällt das niemandem auf.

Fehler und Stolpersteine bei der Einbindung

  • Vergessene Häkchen: Die mit Abstand häufigste Fehlerquelle. Fehlt TR-064 oder UPnP, meldet die Einrichtung nur einen Verbindungsfehler und nennt nicht den Grund.
  • Admin-Zugang statt eigenem Benutzer: Funktioniert, ist aber unnötig riskant – und beim nächsten Passwortwechsel steht das halbe Smart Home still. Ein eigener Benutzer mit knapp bemessenen Rechten ist schnell angelegt.
  • Fremde Access Points im Netz: Hängen Geräte an Switches oder WLAN-Punkten anderer Hersteller, sieht die Box sie unter Umständen nicht sauber. In den Optionen hilft dann die alte Erkennungsmethode.
  • Portfreigabe-Schalter fehlen: Sie erscheinen nur für Regeln, die auf den Home-Assistant-Rechner zeigen, verlangen eine eigene IPv4-Adresse – bei DS-Lite-Anschlüssen also Fehlanzeige – und in der Box die Option „Selbstständige Portfreigaben für dieses Gerät erlauben". Details dazu klärt die Anleitung zur FritzBox-Portfreigabe.
  • Wechselnde IP-Adresse: Bekommt der Home-Assistant-Rechner per DHCP eine neue Adresse, brechen Portfreigaben und Call Monitor weg. Eine feste IP löst das dauerhaft.
  • Zu viele Gerätetracker: In einem Haushalt mit Fernsehern, Druckern, Saugrobotern und Gästen entstehen schnell 40 Objekte. Was nicht gebraucht wird, gehört deaktiviert – sonst leidet die Übersicht und die Datenbank wächst unnötig.
  • Erwartung „Zigbee inklusive": DECT ist ein geschlossenes Funknetz für FRITZ!-Geräte. Wer Sensoren von Aqara, IKEA oder Sonoff einbinden will, braucht zusätzlich einen Zigbee-Koordinator.

Häufige Fragen zur FritzBox in Home Assistant

Wie schnell erkennt die Anwesenheitserkennung das Kommen und Gehen?
Das Ankommen registriert die Box in Sekunden, sobald sich das Handy ins WLAN einbucht. Das Gehen dauert länger, weil erst die Karenzzeit von voreingestellt 180 Sekunden ablaufen muss. Beides ist in den Optionen der Integration anpassbar.

Funktioniert das mit jedem FritzBox-Modell?
Alle aktuellen Boxen der Serien 4xx0, 5xx0, 6xx0 und 7xx0 werden unterstützt, unabhängig von DSL, Kabel oder Glasfaser. Auch FRITZ!Repeater lassen sich einbinden. Voraussetzung ist ein halbwegs aktuelles FRITZ!OS.

Ersetzt die FritzBox einen Zigbee-Stick?
Nein. Über DECT erreicht sie ausschließlich FRITZ!-Geräte und wenige kompatible Modelle wie das Eurotronic Comet DECT. Für alles andere führt kein Weg an einem eigenen Funkadapter oder an Zigbee2MQTT vorbei.

Ist ein zusätzlicher FritzBox-Benutzer ein Sicherheitsrisiko?
Mit einem starken Passwort und nur den nötigen Rechten nicht. Der Zugriff bleibt vollständig im Heimnetz, es geht kein Datenpaket in eine Cloud. Wer den Zugang von außen erlaubt, sollte dagegen sehr genau wissen, was er tut.

Lohnen sich die FRITZ!-Heizkörperregler noch?
Wer sie bereits hat, sollte sie behalten – sie erscheinen als vollwertige Thermostat-Objekte und lassen sich mit Fensterkontakten kombinieren. Für eine Neuanschaffung sind die Alternativen unter den smarten Heizkörperthermostaten oft flexibler, etwa bei Homematic IP.

Warum reagieren die DECT-Geräte verzögert?
Weil die Schnittstelle der Box keine Push-Meldungen kennt. Home Assistant fragt alle 30 Sekunden nach. Für Heizung und Verbrauchsmessung ist das belanglos, für einen Lichtschalter fühlt es sich träge an.

Kann Home Assistant über die FritzBox telefonieren?
Ja, die Integration bringt eine Aktion zum Wählen einer Rufnummer mit. Dafür muss in der Box unter Telefonie → Anrufe die Wählhilfe aktiviert sein. Auch das Passwort des Gastnetzes lässt sich per Aktion neu setzen.

Fazit

Die FritzBox mit Home Assistant zu koppeln ist der Schritt mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Ertrag im ganzen Smart Home: eine halbe Stunde Arbeit, null Euro Hardwarekosten, und danach steht die zuverlässigste Anwesenheitserkennung im Haus zur Verfügung. Unsere klare Empfehlung: Fang mit FRITZ!Box Tools an und lass die anderen beiden Integrationen zunächst weg. Bring die Gerätetracker sauber an die Personen, baue eine einzige Automation daraus – etwa „letzter geht, alles aus" – und erweitere erst dann um DECT-Geräte und Call Monitor. Wer alles auf einmal einrichtet, hat am Ende 60 Objekte und keine funktionierende Automation. Und nimm dir die fünf Minuten für einen eigenen FritzBox-Benutzer: Der Router ist das Tor zum Heimnetz.

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