eufy mit Home Assistant – abofreie Kameras, klug vernetzt

NEWS



EUFY MIT HOME ASSISTANT – ABOFREIE KAMERAS, KLUG VERNETZT


Weiße Solar-Überwachungskamera mit Raspberry Pi Platine auf dem Tisch

Solarkameras ohne Abo – vernetzt vom Pi

Kurz gesagt: Wie bekommt man eufy in Home Assistant?

Die Kurzfassung:

  • Keine offizielle Integration: Für die Kameras gibt es bis heute keine Anbindung ab Werk. Der eingebaute EufyHome-Baustein in Home Assistant deckt nur alte Lampen und Steckdosen ab.
  • Der gängige Weg: Die Community-Integration „Eufy Security" aus HACS plus das Add-on eufy-security-ws, das sich wie die Handy-App gegenüber der eufy-Cloud verhält.
  • Wichtig 2026: Der Entwickler des Add-ons warnt selbst vor der Abkündigung – eufy schaltet die alten Schnittstellen schrittweise ab. Eine neue Anbindung für die aktuelle eufy-Plattform entsteht gemeinsam mit Home Assistant, Homebridge und Homey.
  • Stabil bleibt RTSP: Viele eufy-Kameras liefern in der App auf Wunsch einen lokalen RTSP-Stream. Der landet ohne Cloud und ohne Add-on direkt in Home Assistant.
  • Über Matter kommt nur ein Teil: eufy zertifiziert Türschlösser, Saugroboter und Außenleuchten für Matter – die Überwachungskameras sind nicht dabei.
  • Voraussetzung: Ein zweiter eufy-Account mit Admin-Rechten, der richtige Ländercode und aktive Push-Benachrichtigungen.

Warum eufy mit Home Assistant ein Sonderfall ist

eufy mit Home Assistant zu verbinden ist reizvoller als bei den meisten Kameramarken – und gleichzeitig fummeliger. Reizvoll, weil eufy als Anker-Marke genau das verspricht, was viele suchen: Aufnahmen bleiben auf der HomeBase oder auf der Karte im Gerät, es gibt keinen Zwang zum Monatsabo. Fummelig, weil die Kameras trotzdem an einer geschlossenen Cloud hängen, für die der Hersteller keine offene Schnittstelle anbietet.

Home Assistant kennt zwar seit Jahren einen Baustein namens EufyHome. Der stammt aber aus der Frühzeit der Marke, ist als Legacy-Integration markiert, wird in der configuration.yaml eingetragen und spricht nur Lampen und Schaltsteckdosen an. Für Kameras, Türklingeln und Sensoren hilft er nicht weiter.

Diese Lücke füllt seit Jahren ein Gespann aus zwei Community-Projekten: das Add-on eufy-security-ws meldet sich bei den eufy-Servern an, als wäre es die Handy-App, und stellt alles über eine WebSocket-Schnittstelle bereit. Die HACS-Integration „Eufy Security" macht daraus Entitäten in Home Assistant – Bewegungsmelder, Personenerkennung, Batteriestand, Sirene, Schlösser und die Kamerabilder selbst.

Genau hier liegt der Haken für 2026: eufy zieht seine Geräte auf eine neue Plattform um und schränkt den Zugriff auf die alten Schnittstellen bereits ein. Der Entwickler nennt den aktuellen Stand ausdrücklich eine Überbrückung auf Zeit. Wer heute plant, sollte das mitdenken – und die Teile bevorzugen, die unabhängig von der Cloud funktionieren.

eufy mit Home Assistant verbinden – Schritt für Schritt

  1. Zweiten eufy-Account anlegen: Eine eigene Mailadresse, ein eigenes Konto. Danach in der eufy-App das Zuhause mit diesem Konto teilen – mit Admin-Rechten, sonst bleiben viele Funktionen unsichtbar.
  2. Warum der zweite Account nötig ist: Die Anmeldung des Add-ons wirft andere Sitzungen aus der App. Mit einem eigenen Konto stört sich der Dauerbetrieb nicht mit dem Handy in der Hosentasche.
  3. Add-on installieren: Das Repository für eufy-security-ws in Home Assistant hinzufügen und das Add-on installieren. In der Konfiguration Benutzername, Passwort und den Ländercode DE eintragen – ein falscher Ländercode führt zum falschen Regionalserver und damit zu einer leeren Geräteliste.
  4. Add-on starten und Protokoll lesen: Beim ersten Start verlangt eufy häufig ein Captcha oder einen Bestätigungscode per Mail. Beides wird über die Konfigurationsseite der Integration nachgereicht.
  5. go2rtc bereitstellen: Für Kameras ohne RTSP wird der P2P-Datenstrom erst in einen abspielbaren Stream verwandelt. Dafür sorgt das go2rtc-Add-on oder die WebRTC-Integration.
  6. Integration über HACS hinzufügen: In HACS nach „Eufy Security" suchen, installieren, Home Assistant neu starten und die Integration unter Geräte & Dienste anlegen. Als Adresse 127.0.0.1 und als Port 3000 eintragen, wenn das Add-on auf derselben Zentrale läuft.
  7. Push-Benachrichtigungen einschalten: Die Integration arbeitet ereignisgetrieben. Sind die Benachrichtigungen in der eufy-App abgeschaltet, bleiben Bewegungsmelder in Home Assistant stumm.
  8. Qualität herunterdrehen: Streaming-Qualität und Codec überall auf die niedrige Stufe stellen. Sonst kommt die Zentrale mit dem Video schlicht nicht mit.

RTSP statt Cloud – der stabile Weg für eufy-Kameras

Wer nur das Livebild auf dem Dashboard braucht, kann sich den ganzen Cloud-Umweg sparen. Ein Teil der eufy-Kameras – vor allem die Modelle der eufyCam-2-Reihe, die Indoor Cams und mehrere SoloCams – bietet in der App einen Schalter für einen lokalen RTSP-Stream. Ist er aktiv, liefert die Kamera eine Adresse im eigenen Netz, die Home Assistant über die Generic-Camera-Integration oder über go2rtc direkt einbinden kann.

Dieser Weg hat drei Vorteile: Er überlebt Änderungen an der eufy-Cloud, er braucht kein Add-on und er funktioniert auch dann noch, wenn das Internet ausfällt. Der Preis: Es kommt nur Video an. Bewegungsmeldungen, Personenerkennung, Batteriestand und Sirene bleiben außen vor – dafür braucht es weiterhin die Integration.

WegWas ankommtHaltbarkeit
RTSP direktLivebild, lokal, ohne Cloudhoch – hängt an der Kamera-Firmware
HACS-Integration + Add-onSensoren, Ereignisse, Sirene, Bildunsicher – alte Schnittstelle läuft aus
MatterSchlösser, Saugroboter, Außenlichthoch – offener Standard
Kamera mit offenem RTSP/ONVIFalles lokal, auch für Videoanalysesehr hoch – herstellerunabhängig

Wer ernsthaft mit Kamerabildern automatisieren will, kombiniert den RTSP-Stream mit Frigate. Die Software erkennt Personen, Autos oder Pakete lokal und schickt nur echte Treffer weiter – ein deutlicher Unterschied zu Meldungen, die bei jedem Windstoß auslösen. Wie das zusammenspielt, zeigt die Anleitung zu Frigate mit Home Assistant.

Was sich mit eufy in Home Assistant automatisieren lässt

Der eigentliche Gewinn der Anbindung liegt nicht im Livebild – das zeigt die Hersteller-App genauso gut. Er liegt darin, dass die Kamera zu einem Sensor unter vielen wird und mit dem Rest des Hauses reden darf.

  • Licht folgt der Kamera: Erkennt die Außenkamera nachts eine Person, geht die Außenbeleuchtung an – zusammengebaut im Editor für Automationen.
  • Anwesenheit steuert die Aufnahme: Sind alle Bewohner unterwegs, schaltet die Automation die Innenkameras scharf – kehrt jemand zurück, gehen sie wieder aus.
  • Meldung mit Bild: Ein Schnappschuss wandert per Nachricht aufs Handy, etwa über Telegram, statt in einer weiteren Hersteller-App zu versauern.
  • Türklingel überall: Beim Klingeln pausiert der Fernseher und der smarte Lautsprecher gibt einen Hinweis aus.
  • Ein Dashboard statt fünf Apps: Kamerabild, Türschloss, Heizung und Licht auf einer Seite – das ist der Punkt, an dem Berichte aus der Community den größten Alltagsnutzen sehen.

Damit das im Dauerbetrieb trägt, braucht die Zentrale ein solides Fundament: Home Assistant gehört auf eine SSD statt auf eine Speicherkarte, und ein regelmäßiges Backup ist Pflicht, sobald mehrere Integrationen im Spiel sind.

Fehler und Stolpersteine bei der eufy-Anbindung

  • Handy fliegt ständig aus der App: Klassisches Zeichen dafür, dass das Add-on den Hauptaccount benutzt. Zweites Konto anlegen und dieses im Add-on hinterlegen.
  • Geräteliste bleibt leer: Fast immer der falsche Ländercode. Es gehört der Zwei-Buchstaben-Code des Landes hinein, in dem das Konto registriert wurde.
  • Kamera zeigt kein Bild: Bei P2P-Kameras startet der Stream nicht von allein. Er wird über einen Dienstaufruf eingeschaltet und bricht gelegentlich grundlos ab – ein Aus und Wieder-Ein hilft meist.
  • Ruckelnde oder schwarze Streams: Qualität und Codec stehen zu hoch. Beides in der eufy-App und in den Optionen der Integration auf die niedrigste Stufe stellen.
  • Keine Bewegungsmeldungen: Push-Benachrichtigungen sind in der App abgeschaltet oder für das zweite Konto nie aktiviert worden.
  • Nach einem eufy-Update ist alles weg: Damit muss man rechnen, solange die Anbindung auf der auslaufenden Schnittstelle sitzt. Wer darauf nicht angewiesen sein will, setzt bei neuen Kameras auf Modelle mit offenem RTSP.
  • Alles auf einer Speicherkarte: Videoschnipsel und Datenbank schreiben permanent. Auf Karte ist das ein Countdown, auf NVMe kein Thema.

Häufige Fragen zu eufy mit Home Assistant

Gibt es eine offizielle eufy-Integration für Home Assistant?
Für Kameras nicht. Der eingebaute EufyHome-Baustein ist eine Legacy-Integration für ältere Lampen und Steckdosen. Alles rund um Kameras läuft über Community-Projekte aus HACS.

Funktioniert die Anbindung ohne Internet?
Nur teilweise. Der RTSP-Stream läuft rein lokal weiter, die Integration über das Add-on braucht die eufy-Cloud für Anmeldung und Ereignisse.

Welche eufy-Kameras können RTSP?
Vor allem die eufyCam-2-Familie, die Indoor Cams und mehrere SoloCams. Der Schalter steckt in der eufy-App in den Einstellungen der jeweiligen Kamera – fehlt er dort, kann das Modell es nicht.

Braucht man eine HomeBase?
Für den Betrieb der Kameras nicht zwingend, für lokale Aufnahmen und die Freigabe mancher Funktionen aber sehr wohl. Die HomeBase ist außerdem der Ort, an dem die Aufnahmen ohne Abo liegen.

Kommen eufy-Geräte über Matter in Home Assistant an?
Einige ja: eufy hat Türschlösser, Saugroboter und Außenleuchten für Matter zertifizieren lassen. Diese Geräte lassen sich wie jedes andere Matter-Gerät einbinden. Die Überwachungskameras gehören nicht dazu.

Wie viel Leistung braucht das auf dem Raspberry Pi?
Für zwei bis drei Kameras als reine Bildquelle genügt ein Pi 5 mit 4 GB. Sobald Videoanalyse dazukommt, sind 8 oder 16 GB und ein KI-Beschleuniger die bessere Wahl – Details dazu in der Übersicht zur Home-Assistant-Hardware.

Lohnt der Umstieg auf eine andere Marke?
Wer nur zuschauen will, bleibt bei eufy gut aufgehoben. Wer Kamerabilder zum Auslöser für Automationen machen möchte, fährt mit einer Kamera mit offenem RTSP- und ONVIF-Zugang langfristig ruhiger.

Fazit

eufy mit Home Assistant funktioniert – aber nicht auf dem bequemen Weg, den die Marke sonst verspricht. Unsere klare Empfehlung lautet deshalb zweigleisig: Hol dir das Livebild über RTSP, denn dieser Weg ist lokal, schnell eingerichtet und übersteht Änderungen an der Hersteller-Cloud. Und nutze die HACS-Integration bewusst als Zugabe für Bewegungsmeldungen, Batteriestand und Sirene – im Wissen, dass die alte Schnittstelle ausläuft und eine neue Anbindung erst entsteht. Wer sein Zuhause neu aufbaut und die Kamera zum Auslöser für Licht, Nachrichten und Szenen machen will, plant besser gleich mit offenen Standards: Home Assistant auf dem Raspberry Pi, eine SSD darunter und Kameras, die RTSP von Haus aus können.

* = Affiliate Link (raspi-config.de ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.)


VORSCHAU


Was Dich im Raspberry Pi Videokurs erwartet.


Play klicken & Video abspielen.

QUIZ


Prüfe Deinen aktuellen Wissensstand.

Raspberry Pi Quiz starten

Bild anklicken & Quiz starten.

NEWS



EMPFEHLUNG



Danke für Deine Weiterempfehlung!

© 2026 raspi-config.de | Datenschutz | Impressum